Großbrand Künkelstraße

Karl Sasserath

Anfrage von Karl Sasserath an den Oberbürgermeister vom 17. Juli 2019

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Reiners,

in den vergangenen Tagen erreichen uns Anfragen aus der Öffentlichkeit, die das Gelände nach dem Großbrand auf der Künkelstraße betreffen.

Die Anfragen beziehen sich auf die Umweltbelastung nach dem Großbrand.

Aus diesem Grund möchten wir nachfolgende Anfragen an die Verwaltung richten:

Über welche Informationen verfügt die Stadtverwaltung im Hinblick auf erhöhte Schadstoffkonzentration in der Luft, Boden und Wasser nach dem Brand?

Welche Kontaminierungen weißt der Bauschutt auf? Werden dabei die Grenzwerte überschritten?

Welche Auflagen bestehen im Hinblick auf die Entsorgung und den Abtransport des Bauschutts? Ist dieser als Sondermüll zu kategorisieren? Wenn ja, von welchen Schadensklassen geht die Stadtverwaltung aus?

Verfügt die Stadtverwaltung über Erkenntnisse zu Bodenverunreinigungen? Wenn ja, welche? Wie werden die Bodenverunreinigungen beseitig?

Verfügt die Stadtverwaltung über Erkenntnisse inwieweit es durch den Brand zu Verunreinigungen im Grundwasser und Abwasser gekommen ist?

Wenn ja, welche Maßnahmen sind von Seiten der Stadtverwaltung zu deren Beseitigung ergriffen bzw. angeordnet worden?

Wann wird mit dem Abtransport des Bauschutts und der Wiederherstellung der Liegenschaften begonnen?

Für eine zeitnahe Beantwortung bedanke ich mich.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Sasserath, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

 

Antwort der Verwaltung vom 29.07.2019

Anfrage zum Großbrand an der Künkelstraße

Sehr geehrte Damen und Herren,

die o.g. Anfrage beantworte ich nach Rückmeldungen des Fachbereichs Umwelt und der Mön­chengladbacher Abfall- Grün- und Straßenbetriebe (mags) wie folgt:

1.   Über welche Informationen verfügt die Stadtverwaltung im Hinblick auf erhöhte Schadstoff­konzentration in der Luft, Boden und Wasser nach dem Brand?

Während des Brandes wurde von der Feuerwehr vorsorglich der Hinweis gegeben, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Der Brandschutt bzw. Bauschutt wurde mittlerweile beprobt. Es wurden nur Werte bis Abfallklasse Z2 ermittelt. Gasförmige Schadstoffemissionen, die zu Luftbelastungen über das normale Niveau führen, sind nicht zu erwarten.

Staubförmige Emissionen sollen weitestgehend durch die Beregnung gebunden werden. Diese wird ggf. an die Verhältnisse angepasst. Dies gilt insbesondere für die Bereiche die möglicherweise Bruchstücke von asbesthaltigen Materialien enthalten können. Dabei handelt es sich um Stücke der asbesthaltigen Wellzement-Eindeckung, die in einigen Dachbereichen verbaut wurden. Bruch­stücke im Umfeld wurden so weit als möglich durch eine Fachfirma aufgesammelt. Des Weiteren wurden im Umfeld Abdruckproben auf waagerechten Oberflächen genommen. Die Analyse zeigte, dass an keiner dieser Stellen Asbestfasern gefunden wurden. Laut Sachverständigem ist „somit das notwendige Absammeln der Bruchstücke auch hinreichend, eine potentielle Gefährdung durch dieses Material zu beheben."

Durch die Untere Wasserbehörde wurde im Sinne einer vorsorglichen Gefahrenerkennung kurz nach dem Brand ein Grundwasserscreening initiiert. Dazu wurden in Grundwasserfließrichtung an verschiedenen Grundwassermessstellen Wasserproben auf entsprechende Schadstoffe unter­sucht. In den durchgeführten Analysen konnten bislang keine entsprechenden Schadstoffe nach­gewiesen werden, sodass nach aktuellem Kenntnisstand z. Zt. nicht von einer durch den Brand verursachten Grundwasserbelastung auszugehen ist. Die Beprobung wird allerdings in regelmäßi­gen Abständen weitergeführt, bis eine Schädigung des Grundwassers ausgeschlossen werden kann. Hierzu steht die Behörde auch im Kontakt mit dem Grundstückseigentümer bzw. seiner Ver­sicherung.

Eine Überwachung der weiteren Abbrucharbeiten findet durch mags und im Bereich des Arbeits­schutzes seitens der Bezirksregierung statt.

Seitens der Unteren Bodenschutzbehörde (UBB) wird von geringen bis gar keinen Verunreinigun­gen ausgegangen, da nur ein kleinerer Teil an der Fahrradwerkstatt Künkelstraße unbefestigte Grünfläche bzw. durchlässig gepflastert ist. Der größte Teil ist mit Betonsteinpflaster und Boden­platten der abgebrannten Hallen versiegelt, hier wird wenig Wahrscheinlichkeit gesehen, dass durch Löschwasser etc. relevante Bodenverunreinigungen entstanden sein können.

Eine abschließende Aussage ist erst möglich, wenn die Fläche geräumt ist. Erst dann können Un­tersuchungen erfolgen, inwieweit z.B. brandbedingt Betriebsmittel aus Lagerräumen etc. in den Untergrund unterhalb der zusammengestürzten Gebäude gelangten.

2.   Welche Kontaminierungen weist der Bauschutt auf? Werden dabei die Grenzwerte über­schritten?

Das beprobte Material weist Werte von ZO bis Z2 auf.

3.   Welche Auflagen bestehen im Hinblick auf die Entsorgung und den Abtransport des Bau­schutts? Ist dieser als Sondermüll zu kategorisieren? Wenn ja, von welchen Schadensklas­sen geht die Stadtverwaltung aus?

Im Bezug der Entsorgung soll der Bauschutt möglichst noch getrennt werden. Daher soll möglichst wenig Material für die DK III anfallen. Eine Beregnung mit Wasser wird während der Entsorgung erfolgen, um möglichst eine Faserbindung zu erreichen.

4.   Verfügt die Stadtverwaltung über Erkenntnisse zu Bodenverunreinigungen? Wenn ja, welche? Wie werden die Bodenverunreinigungen beseitigt?

Die UBB wird im Rahmen der Abbruchmaßnahmen eine Erkundung durch Baggerschürfe durch­führen, da derzeit auf den mit Schutt belegten Flächen keine Untersuchung mit Rammkernbohrun­gen eine vorlaufende Bohrkampagne möglich ist.

Wenn belasteter Boden vorgefunden wird und dieser als Abfall zur Entsorgung kommt wird die Untere Abfallwirtschaftsbehörde (UAWB) tätig.

5.   Verfügt die Stadtverwaltung über Erkenntnisse inwieweit es durch den Brand zu Verunrei­nigungen im Grundwasser und Abwasser gekommen ist?

Wenn ja, welche Maßnahmen sind von Seiten der Stadtverwaltung zu deren Beseitigung ergriffen bzw. angeordnet worden?

Durch die Untere Wasserbehörde wurde im Sinne einer vorsorglichen Gefahrenerkennung kurz nach dem Brand ein Grundwasserscreening initiiert. Dazu wurden in Grundwasserfließrichtung anverschiedenen Grundwassermessstellen Wasserproben auf entsprechende Schadstoffe unter­sucht. In den durchgeführten Analysen konnten bislang keine entsprechenden Schadstoffe nach­gewiesen werden, sodass nach aktuellem Kenntnisstand z. Zt. nicht von einer durch den Brand verursachten Grundwasserbelastung auszugehen ist. Die Beprobung wird allerdings in regelmäßi­gen Abständen weitergeführt, bis eine Schädigung des Grundwassers ausgeschlossen werden kann. Hierzu steht die Behörde auch im Kontakt mit dem Grundstückseigentümer bzw. seiner Ver­sicherung.

6.   Wann wird mit dem Abtransport des Bauschutts und der Wiederherstellung der Liegen­schaften begonnen?

Besitzer, Versicherung Städtische Stellen sind sich einig, dass die Arbeiten zeitnah erfolgen müs­sen. Es sind sowohl ein Projektbüro als auch ein Gutachterbüro beauftragt. Eine Abbruchanzeige ist am 22.07.19 beim Fachbereich Bauordnung registriert worden. Nach Erteilung der Abbruchgenehmigung erfolgt die Ausschreibung und danach ab September 2019 der Abbruch.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Wilhelm Reiners

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