Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße: Grüne wollen Bedingungen geklärt wissen

Joe Hüskens.

Mönchengladbach. In etlichen Städten Deutschlands hat es Umbenennungen gegeben von Straßen, Plätzen und Gebäuden mit einem belasteten historischen Bezug. So wurde etwa in Hannover, Wuppertal oder Saarlouis die Lettow-Vorbeck-Straße - als Beispiel für einen Namenspatron, der durch eine rassistische oder eine militant-totalitäre Haltung zu Volksverhetzung oder Gewaltbereitschaft beigetragen hat - umbenannt.

 

Vor diesem Hintergrund hatte Joe Hüskens, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, in der jüngsten Ratssitzung eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Der Grünen-Ratsherr wollte wissen, in welchem Kontext die Stadt Mönchengladbach die Person des Generals verortet, wer für eine eventuelle Umbenennung der Straße zuständig sei und welchen Weg der Kommunikation die Verwaltung wählen wolle im Vorfeld einer möglichen Umbenennung.

 

 

 

Anfrage von Joachim Hüskens in der Sitzung des Rates der Stadt Mönchengladbach vom Ratsssitzung am 10. November 2010

 

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Person des  Generals Lettow – Vorbeck historisch betrachtet in einem rassistischen, militant – totalitären Kontext, der zu Volksverhetzung und Gewaltbereitschaft beitrug, steht. In Mönchengladbach ist eine Straße nach diesem General benannt.

 

Dazu möchte ich folgende Fragen stellen.

 

  1. In welchem Kontext verortet die Stadt Mönchengladbach die Person des Generals Lettow – Vorbeck. Kommt die Stadt Mönchengladbach zu dem Ergebnis, dass der General Lettow – Vorbeck zu denjenigen Persönlichkeiten zu zählen ist, die in einem modernen, rechtsstaatlich und demokratischen Deutschland für Wert zu befinden, ist, dass in Mönchengladbach nach ihm eine Straße benannt ist?
  1. Sollte die Stadt Mönchengladbach vertreten durch den Oberbürgermeister zu dem Ergebnis gelangen, dass eine Umbenennung der Lettow – Vorbeck geboten ist, wer ist dann für die Umbenennung der Straße in der Stadt Mönchengladbach zuständig?
  1. Wenn die unter 1. und 2, gefassten Fragen seitens der Verwaltung bejaht werden, welchen Weg der Kommunikation mit den Anwohnerinnen und Anwohnern der Lettow .- Vorbeck Str. schlägt die Verwaltung im Vorfeld der Umbennung vor?

 

Hintergrund: Generalmajor Paul Emil von Lettow-Vorbeck (geboren am 20. März 1870 in Saarlouis; gestorben am 9. März 1964 in Hamburg) befehligte im Ersten Weltkrieg die deutsche „Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika“. Die menschlichen Verluste seiner und der alliierten Kriegsführung hatte vor allem die afrikanische Bevölkerung zu tragen. Die Kolonie und die von ihm invadierten Kolonien Mosambik und Nordrhodesien wurden verwüstet, arbeitsfähige Männer zwangsrekrutiert und Lebensmittel weggenommen. Viele starben so an Hunger und Krankheiten. Die Rekrutierung für Nachschub und Materialtransport durch alle kriegführenden Seiten kostete nach sachkundigen Schätzungen mindestens 100.000 schwarzen Trägern das Leben.

Nach dem 1. Weltkrieg spielte von Lettow-Vorbeck als Befehlshaber einer Reichswehrbrigade in Schwerin eine wichtige Rolle bei dem Versuch, die erste demokratische Verfassung des Deutschen Reiches gewaltsam zu ändern. Auf seine Anordnung hin wurde die frei gewählte Regierung des Freistaates Mecklenburg-Schwerin verhaftet und durch militärische Gewalt zum Rücktritt gezwungen. Nachdem er 1920 wegen seiner Teilnahme am Kapp-Lüttwitz-Putsch aus der Reichswehr entlassen wurde, hatte man ihn 1936 reaktiviert und zu Übungen der Wehrmacht einberufen. Hitler ernannte ihn 1939 zum General zur besonderen Verwendung. Weiterhin unterstützte Lettow-Vorbeck als Propagandist die kolonialrevisionistischen Ambitionen der Nationalsozialisten.

Öffnungszeiten

Montag        10.00 - 13.00 Uhr

Dienstag      10.00 - 13.00 Uhr

Mittwoch      10.00 - 13.00 Uhr

Donnerstag  10.00 - 13.00 Uhr /

                    15.00 - 17.00 Uhr

Freitag         10.00 - 13.00 Uhr

Adresse/Kontakt:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Brandenberger Str. 36

41065 Mönchengladbach

 

Kreisverband:

Tel. 02161-206 404

Fax 02161-205 569

mg.gruene(at)t-online.de

 

 

Bankverbindung:

Kontonummer 3505065

BLZ 370 605 90

IBAN: DE54370605900003505065

BIC: GENODED1SPK

Sparda Bank West eG

 

Fraktion:

Tel. 02161-206 204

Fax 02161-205 569

mg.gruene(at)t-online.de