Hindenburgstraße: Feldversuch teuer und für Kunden unattraktiv

Karl Sasserath.

Mönchengladbach. Weniger Busse, mehr Aufenthaltsqualität – diesen Ansatz verfolgen CDU und SPD offiziell mit ihrem einjährigen Testlauf, ab 10. Juli 2016 nur noch die Hälfte der Busse über die Hindenburgstraße fahren zu lassen. Bergauf bleibt alles beim Alten, bergab werden die Busse über die Steinmetzstraße geführt. Aus Sicht der Mönchengladbacher Grünen ist dieser Test jedoch alles andere als zielführend. „Der Gutachter hat zu dieser Lösung unmissverständlich dargelegt, dass sie für Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) beschwerlich und damit unattraktiv ist“, stellt Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath fest. Zugleich würde Mönchengladbach hier einen Sonderweg beschreiten, da die vorgenommene Trennung des Fahrwegs in Deutschland noch an keinem Ort funktioniert habe. Weitere Nachteile dieses Groko-Testlaufs: Er ist teuer für die NEW (durch Ticketverkaufsverluste und den betrieblichen organisatorischen Aufwand) und teuer für die Stadt, da laut Gutachter anteilige Rückzahlen der Fördergelder für die damaligen Sanierung der Bustrasse Hindenburgstraße fällig werden. Für die Kunden bedeutete er längere Fußwege und somit eine Verschlechterung der Mobilität.

„Die grüne Fraktion wollte auch andere Lösungen untersucht haben, um die Aufenthaltsqualität in der Hindenburgstraße unter Beibehaltung des ÖPNV-Angebotes zu erhöhen, leider hatte das die Groko abgelehnt“, berichtet Karl Sasserath. Hintergrund: CDU und SPD hatten ausschließlich auf die „einspurige Lösung“ gesetzt. Nachdem das Gutachterteam diesen Ansatz aber als unsinnig herausstellte, stünde die Groko nun ohne Lösung da. „Anscheinend will man nun mit dem Kopf durch die Wand; CDU und SPD haben sich mit ihrer einen Lösung verrannt und wollen sich jetzt mit dieser so genannten Testphase aus der Sackgasse herauslavieren“, sagt Sasserath.

Dabei gibt es aus grüner Sicht durchaus sinnvolle Lösungen: Es könnten Linien entflechtet werden, erläutert Sasserath, und wenn die Umsteigebedingungen im unteren und oberen Bereich der Hindenburgstraße verbessert würden, könnte für die Nutzer des ÖPNV die Busfrequenz auf der Hindenburgstraße ohne Qualitätsverlust reduziert werden. „Dies hieße also, wir hätten jeweils in beiden Richtungen Buslinien auf der Steinmetzstraße und auf der Hindenburgstraße.“ Die Busse, so der Grünen-Politiker, müssten natürlich emissionsfrei fahren. „Die Technik dafür ist da, mit der nächsten routinemäßigen Neuanschaffung sollte in Elektromobilität investiert werden“, sagt Sasserath. Dies sei deutlich besser als teure und wenig sinnvolle Experimente, bei denen sich einmal mehr laute Dieselbusse den Berg hinaufquälten.

Sasserath verweist in diesem Zusammenhang auf die „Initiative Verkehrswende Mönchengladbach“, die hier interessante Lösungsansätze vorgesellt habe. Der Ansatz dabei: Die Aufenthaltsqualität in der Hindenburgstraße wird verbessert, Lärm und Schadstoffemissionen werden reduziert, das ÖPNV-Angebot wird verbessert. „Wir Grünen erwarten, dass der Gutachter diese Vorschläge auswertet. Es muss solange an Lösungen gearbeitet werden, bis eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung gefunden worden ist.“

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