Bahnlärm: Grüne fordern mehr Flüsterbremsen für Güterzüge

Karl Sasserath.
Dr. Boris Wolkowski

Mönchengladbach. Die große Koalition aus CDU und SPD in Berlin verfehlt beim Thema Bahnlärm ihre Lärmschutzziele deutlich, wie eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag ergeben hat. Im Koalitionsvertrag hatte die Merkel-Regierung als Ziel festgelegt, dass bis 2016 die Hälfte aller auf dem deutschen Netz verkehrenden Güterwagen „leise“ Bremssohlen besitzen sollen. Im März 2014 verfügten aber lediglich 14 Prozent aller Güterwagen über Flüsterbremsen, im Dezember 2013 waren es 9,5 Prozent. Bei Betrachtung der aktuellen Zahlen hält es Matthias Gastel, Sprecher der Bundesgrünen für Bahnpolitik, für grotesk, dass die Bundesregierung ihre Lärmschutzziele immer noch für erreichbar hält. Nicht nur der grüne Bundestagsabgeordnete fordert deshalb, dass die „GroKo“ stattdessen an konkreten Maßnahmen und Anreizen für eine wirkungsvollere Verringerung des Schienenlärms arbeiten sollte.

Auch auf lokaler Ebene vor Ort in Mönchengladbach ist die Lärmbelastung durch den Zugverkehr enorm. „Der Eiserne Rhein ist in unserer Stadt längst Realität, die durch Mönchengladbach führende Hauptstrecke ist so stark vom Güterverkehr belastet, dass ja schon die Nebenstrecken, die durch Mönchengladbach führen, wieder in Betrieb genommen wurden. Mit dem alten, nicht Lärm gedämmten Waggonmaterial schädigen die Betreiber die dort lebenden Menschen“, sagt Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath.
Das sieht auch Dr. Boris Wolkowski, stellvertretender Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach so: „Die Bundesregierung tut kaum etwas dafür, die Menschen durch Inangriffnahme und Umsetzung des technisch Möglichen vor den negativen Folgen des Schienenlärmes zu schützen“, meint er. Da das Thema Bahnlärm im Zuge der Beratung der 1. und 2. Stufe des Lärmaktionsplanes in den Bezirksvertretungen immer wieder nachgefragt wurde, sehen die Mönchengladbacher Grünen hier dringenden Handlungsbedarf. Anders als für Flugzeuge gibt es für Güterzüge kein Nachtverkehrsverbot. „Viele Menschen finden keinen Schlaf, weil lärmende Züge nachts durch die Stadt rollen“, sagt Sasserath. Bundesweit sind etwa zwei Millionen Deutsche nachts einem Eisenbahnlärm ausgesetzt, der über 70 Dezibel liegt. Immerhin hat sich auf Bundesebene Widerstand formiert.
„Im Bundestag gibt es eine Gruppe von 120 Abgeordneten, die Sanktionen wie beispielsweise Nachtfahrverbote für laute Züge fordern, wenn bis 2016 nicht die angestrebten 50 Prozent der Waggons auf leise Bremsen umgerüstet werden“, erläutert der Grünen-Politiker. Die Initiatoren der fraktionsübergreifenden „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ sind Erwin Rüddel (CDU), Detlev Pilger (SPD) und Tabea Rößner (Grüne). Die beiden Mönchengladbacher Bundestagsabgeordneten Dr. Günter Krings (CDU) und Gülistan Yüksel (SPD) zählen übrigens nicht dazu - obwohl viele Mönchengladbacher massiv unter dem lauten Waggonlärm in ihrer Stadt leiden.

Aus Sicht von Dr. Boris Wolkowski muss die Bundesregierung ihre Maßnahmen und die Anreizstrukturen grundsätzlich überarbeiten und den Druck auf die Deutsche Bahn und die anderen Güterwagenhalter erhöhen. „Nur so bekommen wir weniger Lärm ab durch die Nachbesserung  des Reifenmaterials bei den Güterwaggons auf Deutschlands Schienen“, meint der Grünen-Ratsherr. Dass weder Dr. Günter Krings noch Gülistan Yüksel der „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ angehören, ist für ihn bezeichnend: „Anscheinend ist den beiden Mönchenglad-bacher Bundestagsabgeordneten ziemlich egal, dass die Bevölkerung hier einem enormen Bahnlärm ausgesetzt ist. Nur: Dafür wurden sie nicht gewählt.“

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