Höhere Nebenkosten durch zu große Wasseruhren: NVV schweigt

Einem Bericht des ARD-Magazins „Plusminus“ zufolge bauen die Wasserwerke in vielen Städten und Gemeinden nicht selten überdimensionierte Geräte ein – auch in Mönchengladbach. Was viele nicht wissen: Je größer der Zähler, desto höher die Gebühren. Vor Ort hat die NVV AG bis jetzt nicht auf die Vorwürfe reagiert. Grund genug für die Grünen, nachzuhaken und Aufklärung zu fordern..

 

Mönchengladbach. In Mönchengladbach haben etliche Mieter und Hauseigentümer vermutlich einen zu großen Wasserzähler, der zu hohe Verbrauchwerte misst. Wie das ARD-Magazin „ Plusminus“ in einem Fernsehbeitrag am Dienstag, 21. Juli berichtete, können falsche Wasseruhren Mehrkosten von bis zu 100 Euro im Jahr verursachen. So hätten Wasserwerke in vielen Mehrfamilienhäusern Hauptwasserzähler installiert, die überdimensioniert seien. Den Schaden hätten die Mieter.

 

Aber auch Hausbesitzer können sich nicht sicher fühlen: In dem TV-Beitrag berichtete das Magazin über einen Einfamilienhausbesitzer aus Mönchengladbach, bei dem ein Wasserzähler mit der Größenangabe QN 6 installiert ist. Solche Zähler, mit denen sich bis zu hundert Wohnungen versorgen lassen, sind gedacht für große Wohnhäuser. Für den Einfamilienhausbesitzer, so die Fernsehleute, bedeute diese Überdimensionierung unnötige Kosten. In einem vergleichbaren Fall in Leipzig hatte das Magazin einen Experten zurate gezogen. Der wies nach, dass der zu große Zähler sechs Prozent mehr anzeigt, als hindurch fließt – aufs Jahr gerechnet etwa 30 Kubikmeter Wasser. Mehrkosten für den Einfamilienhausbesitzer: rund 100 Euro, zusätzlich zu der Gebühr von bis zu 800 Euro, die der große Zähler mehr koste, als der hier angebrachte kleinere. Was dazu kommt: Auch die Abwassergebühren steigen durch falsch messende Wasserzähler.


Bis jetzt, mehr als dreiWochen nach dem Fernsehbeitrag, hat die NVV AG noch nicht offiziell auf die Vorwürfe reagiert. „Wir fordern die NVVAG unmissverständlich auf, den Sachverhalt so schnell wie möglich zu klären und alle Haushalte kostenlos mit korrekt messenden Zählern auszustatten“, so Ratsherr Joe Hüskens, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, „außerdem erwarten wir von der NVV AG eine  Kostenerstattung an die betroffenen Haushalte.“ Hüskens rät Mietern und Hauseigentümern, sich auch an Wasserinstallateure ihres Vertrauens zu wenden und auf korrekte Berechnungen zu bestehen. Hintergrund: Üblicherweise bestellen die Wasserinstallateure die Wasserzähler beim Versorger, in diesem Falle die NVV AG.

 

„Bei den im Bundesvergleich extrem hohen Müll- und Abwassergebühren in Mönchengladbach setzen solche Meldungen dem Gebührenskandal noch eine Krone auf“, meint Joe Hüskens, der zugleich auch NVV-Beiratsmitglied ist. Der Bürger, so Hüskens, habe einen Anspruch auf korrekte Abrechnung und kostengünstige Leistungen von einem Monopolunternehmen. In der nächsten NVV-Beiratssitzung will er bei diesem Thema für Aufklärung sorgen.

 

Wer seinen überdimensionierten Wasserzähler austauschen möchte, sollte sich per Internet den Musterbrief besorgen, den „Plusminus“ unter folgendem Link hinterlegt hat:

www.daserste.de/cmspix/plumi05/pdf/Musterbrief_Antrag%20auf%20Wasserzähleraustausch%20(2).pdf

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