Endokrine Disruptoren: Hormongifte endlich stoppen!

Anita Parker.

Weit über 800 Chemikalien sind es, mit denen wir alle tagtäglich zu tun haben. Der Umgang mit ihnen im Alltag bringt es mit sich, dass sie in den menschlichen Hormonhaushalt eingreifen - diese Chemikalien, so genannte endokrine Disruptoren, stören die natürliche biochemische Wirkweise von Hormonen und rufen dadurch schädliche Effekte hervor. Sie stehen seit langem unter dem Verdacht, Krebs, Diabetes, Immunschwäche oder Fettleibigkeit zu fördern. Gefährdet sind besonders Schwangere, Föten, Kinder und Jugendliche. Enthalten sind sie in etlichen Nahrungsmitteln, in Verpackungen, Spielzeug oder Kosmetika. Europaweit sind bislang aber nur wenige Verbote für einzelne Stoffe und Einsatzbereiche in Kraft, beispielsweise das Verbot von Bisphenol A in Babyfläschchen. In knapp fünf Wochen, am Mittwoch, 21. September wird die EU-Kommission nun den Mitgliedstaaten einen Vorschlag vorlegen mit Kriterien zur Identifizierung und Einstufung von hormonellen Schadstoffen im Rahmen des europäischen Pestizid- und Biozid-Rechts.

„Wir Grüne betrachten den geplanten Vorschlag als untauglich, denn durch ihn würde der Schutz vor diesen Stoffen in der EU erheblich geschwächt werden“, sagt Anita Parker, Sprecherin des Grünen-Kreisverbands Mönchengladbach. Die Bundesregierung, so Anita Parker, müsse viel mehr unternehmen zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger gegenüber der schleichenden Gefahr von Umwelthormonen. „CDU und SPD in Berlin stellen sich leider nicht offensiv genug gegen die wirtschaftsfreundliche Verzögerungstaktik der EU-Kommission“, stellt die Grünen-Sprecherin fest.

Hintergrund: Die EU-Kommission hatte bis Ende 2013 die Kriterien zur Identifizierung und Einstufung von hormonellen Schadstoffen vorlegen sollen, hatte sich aber dem massiven Druck der Chemieindustrie gebeugt und stattdessen nur ein neues Bewertungsverfahren eingeleitet, bei dem wirtschaftliche Aspekte deutlich in den Vordergrund rücken. Schweden hatte daraufhin die Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt – und Recht bekommen. Der EuGH erklärte die Verzögerung in einem Urteil vom Dezember 2015 für rechtswidrig.

Die Grünen hatten in der Folge im Februar dieses Jahres im Bundestag eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt zur Gefährdung von Umwelt und Gesundheit durch besagte hormonell wirksame Substanzen. Die Antwort war ernüchternd: „CDU/SPD halten Informationsprogramme für die deutsche Bevölkerung zur Vermeidung von solchen Schadstoffen nicht für notwendig, ebenso wenig wirksame Gesetzesinitiativen auf Bundesebene“, sagt Anita Parker. Die Grünen-Politikerin verweist auf Frankreich, das einen umfangreichen Nationalen Aktionsplan beschlossen hatte. So führten die Franzosen unter anderem ein Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen ein zum Schutz von Schwangeren und Kindern. „Wir fordern die Bundesregierung auf, dem Beispiel Frankreichs zu folgen und sich für eine schnelle Regulierung von hormonellen Schadstoffen im Sinne des im EU-Chemikalienrechts verankerten Vorsorgeprinzips einzusetzen“, so Parker weiter.

„Leider will die EU-Kommission mit ihrem Kriterienentwurf aber zugunsten von Bayer, Monsanto und anderen Chemiekonzernen die Einschränkungen für hormonell wirksame Chemikalien abbauen“, sagt die Grünen-Sprecherin. „Das muss verhindert werden.“ Die Regierungskoalition von CDU und SPD in Berlin müsse vielmehr auch einen deutschen Aktionsplan aufstellen und strengere nationale Gesetze erlassen. Anita Parker: „Wir brauchen Verwendungsbeschränkungen für erkannte hormonell schädigende Substanzen; auch Gülistan Yüksel und Dr. Günter Krings als Bundestagsabgeordnete hier aus Mönchengladbach müssen darauf hinwirken.“

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