Stellungnahme des Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Karl Sasserath zur Masterplaninitiative MG 3.0 Masterplan Mönchengladbach e.V.

Karl Sasserath

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlichen Dank, dafür, dass Sie mir Gelegenheit geben, unsere Vorstellungen vorzutragen.

Die Stadt Mönchengladbach hat sich wie viele alte Industriestädte innerhalb der vergangenen zweihundert Jahre in einer unglaublichen Geschwindigkeit verändert. Zu den Besonderheiten unserer Stadt gehört, dass sie sich nicht als eine Industriestadt, sondern eher als Ansammlung verschiedener Stadträume verstanden hat.

Von daher ist eine konkrete Erwartung an den Masterplan, dass er Beiträge für die Herausbildung einer gemeinsamen Identität Mönchengladbachs leistet. Zu einer gemeinsamen Identität zählt auch die Verschiedenheit von Stadträumen. In diesem Zusammenhang begrüßen wir es ausdrücklich, dass Sie, Sir Nicholas Grimshaw und ihr Team für den vor uns liegenden Masterplanprozess als Ersteinschätzung von der „city of two hearts“ – der Stadt mit den zwei Herzen sprechen. Diese Geste des Respekts vor der Bipolarität ist gut gewählt und sollte auch in der Herstellung gleicher Lebensbedingungen eine wesentliche Maxime planerischen und politischen Handelns sein. Herzlichen Dank dafür!

Zum Wesen der Arbeit politischer Fraktionen und zu deren Selbstverständnis gehören die ständige Auseinandersetzung mit städtebaulichen Entwicklungen und das Finden von Antworten auf drängende Fragen der Stadtentwicklung. Wir begrüßen den Masterplanprozess daher als eine Möglichkeit, einen Rahmen zu finden, der uns Sicherheit, Orientierung und Nachhaltigkeit für zukünftiges politisches Handeln auf dem Gebiet der Stadtentwicklung gibt.

Deshalb sollte das Hervorbringen von vielen, aber vor allen Dingen machbaren Ideen für eine lebenswerte Stadt vorrangiges Ziel des Masterplans sein.

In Mönchengladbach sollen alle Bevölkerungsschichten, ob jung und alt, arm und reich, alteingesessen oder zugezogen hier gerne wohnen, arbeiten, und ihre Freizeit gestalten.

Damit das gelingen kann, brauchen wir im Planungsraum des Masterplanes mehr stadträumliche Qualitäten. Lassen Sie mich davon einiges aufzählen:

·         Familien- und kinderfreundliche Stadtplanung in der Innenstadt, die dem Bevölkerungsrückgang aktiv entgegenwirkt.

·         Mehr Ruhe und weniger Verkehrslärm.

·         Funktionierende Viertel mit guter Nahversorgung und ÖPNV Anbindung.

·         Keine Gettoisierung, sondern eine gute Durchmisch der Lebensverhältnisse in einem schönen Wohnumfeld.

·         Innenstadträume, die barrierefrei sind und einen aktiven Beitrag zur Inklusion leisten.

·         Wir benötigen ein Leitbild für den bislang ungeklärten Raum zwischen Rheydt und Mönchengladbach.

·         Wie kann nach Fertigstellung des Handels- und Dienstleistungszentrums (HDZ) eine Aufgabenteilung zwischen den beiden großstädtischen Kernen aussehen?

·         Wie gelingt es uns, mehr öffentliches Leben im Stadtraum zu erzeugen und die kulturellen Traditionen wie den Karneval, Blumenkorso, das Brauchtum zu sichern, aber auch einen attraktiven Weihnachtsmarkt zu schaffen.

·         Wir brauchen eine Aufwertung innerstädtischer Grünräume. Die vielen schon vorhandenen Freibereiche müssen besser erlebbar werden und, wir brauchen, da wo nötig, Aufwertung und Ergänzungen.

Gestatten Sie mir zum Abschluss einen kleinen Ausblick:

Wir treffen uns in dieser Runde in drei Jahren an einem Sonntagmorgen in der gerade eröffneten neu gebauten Stadtbibliothek Mönchengladbach. Die meisten von uns sind mit dem Fahrrad über ein dann komfortables und durchgängiges bequemes Radwegenetz gekommen. Wenn es stark regnen sollte, können wir den leisen Elektrobus nehmen, der dann auch sonntags morgens regelmäßig fährt. Die neue Stadtbibliothek ist zum angesagten Treffpunkt der Bürgerschaft geworden, die Mitgliedszahlen und Besucher haben sich verdoppelt, und insbesondere auch am Wochenende gibt es hier, wie an vielen anderen Orten der Stadt ein kulturelles Programm der Vielfalt.

Im großen Innenstadtraum, der zwischen der Kaiser Friedrich Halle und dem Stadttheater Rheydt liegt, lässt sich dann schon spürbar und zunehmend besser leben, insbesondere weil der Autoverkehr sich deutlich verringert hat. Durch den Masterplan initiiert, haben Investoren erkannt, dass es attraktiv ist, in innerstädtische Immobilien zu investieren. Jedes Jahr steigt die Zahl der Gebäude, die barrierefrei sind, kontinuierlich an. In den Innenstadtlagen werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Beispiel sind die beiden gerade im Bau befindlichen innovativen Bürogebäudekomplexe auf dem ehemaligen Zentralbadgelände und dem Haus Westland, wo jeweils mehr als 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Aller Orten entstehen schöne große und kleine Plätze, und auf dem zuerst fertig gestellten Rheydter Marktplatz hat sich unter der Kirschbaumallee der neue attraktive Studententreffpunkt etabliert. Rheydt hat sich abseits der Hektik als Stadt der kurzen Wege nicht nur bei Senioren einen guten Ruf erworben, sondern pulsiert durch die neu entstandenen Studentenwohnheime mit buntem Leben.

Mönchengladbach wird als lebenswerte Stadt am Niederrhein wahrgenommen, die nicht nur den Strukturwandel endgültig überwunden hat, sondern fit für die Zukunft ist. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement gibt es lebendige Innenstädte mit einem erfrischenden Kulturleben.

Dafür wünsche ich uns, insbesondere Ihnen Sir Nicholas Grimshaw und Ihrem Team breite Unterstützung und dem Masterplan ein gutes Gelingen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Karl Sasserath

Hochschule Niederrhein Audimax 23.11.2011, 18:00 Uhr

Karl Sasserath dankt Georg Weber, dem planungspolitischen Sprecher der Fraktion als wesentlichem Impulsgeber bei diesem Wortbeitrag für seine große Unterstützung

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