Mülforter Zeugdruckerei: Grüne wollen alte Industriebrache überplanen lassen

Anja Schurtzmann.

Seit vielen Jahren liegt die ehemalige Mülforter Zeugdruckerei an der Duvenstraße brach. Die Bausubstanz dort ist marode, das Gelände dürfte durch Schadstoffe aus chemischen Verunreinigungen belastet sein – ein hohes Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt. Gründe genug für die Mönchengladbacher Grünen, zu handeln: Sie wollen, dass das Gelände als nicht störendes Gewerbegebiet überplant wird. Das ermöglicht die Ansiedlung gut erreichbarer Arbeitsplätze.

 

Mönchengladbach (who). Die ehemalige Mülforter Zeugdruckerei und Färberei Heinrich Bresges, eine seit Jahren brachliegende Industriefläche an der Duvenstraße zwischen Rheydt und Odenkirchen, ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Seit im Jahre 2002 das Unternehmen Insolvenz anmelden musste, verfallen dort die ehemaligen Betriebsanlagen. Auf dem Gelände, das durch Altlasten stark verunreinigt sei dürfte, war es in der Vergangenheit immer wieder zu Bränden gekommen. Nach dem letzten großen Brand dort vor anderthalb Jahren hatte das Bauordnungsamt der Stadt entschieden, ein ausgebranntes Gebäudeteil abreißen zu lassen. Kostenpunkt: 25.000 Euro. Geld, das erst einmal die Steuerzahler der Stadt aufbringen mussten. „Dazu musste die Stadt kostenintensive Feuerwehreinsätze fahren, weil der Eigentümer seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachkam“, sagt Ulla Brombeis, Fraktionssprecherin der Grünen in der Bezirksvertretung Süd. 

 

Die Grünen haben die Entwicklung auf dem Gelände der Mülforter Zeugdruckerei neben dem Innenstadtkonzept Rheydt als eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklung im Bezirk Süd erkannt. Klar ist: Hier muss gehandelt werden. Problematisch ist bislang die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das wird, wie in Finanzkreisen hinter vorgehaltener Hand kolportiert wird, durch die Banken blockiert, die sich dort große Bodenwertsteigerungen durch Planungsgewinne versprechen. „Momentan handelt es sich bei dem Gelände um ein Gewebegebiet alter Art“, erklärt Ulla Brombeis. „Die Spekulanten, wozu auch die Banken gehören, erhoffen sich durch die Überplanung der Fläche einen großen Gewinn. Ihr Ziel ist es, aus dem Gewerbegebiet eine Fläche zu machen, die großflächig Einzelhandel erlaubt.“

 

Der heutige Wert des Grundstücks errechne sich, so die grüne Finanzpolitikerin, wie folgt: Beseitigung der Altlasten plus Abbruchkosten minus Grundstückswert (bei Ausweisung des Areal als Gewebegebiet alter Art) . Bei dieser Rechnung ist davon auszugehen, dass ein Minus verbleibt. „Bei einer Überplanung mit dem Ziel Einzelhandel sieht die Rechnung jedoch ganz anders aus“, meint Ulla Brombeis. Immerhin habe die Öffentlichkeit mit einem großen finanziellen Aufwand die Fläche verkehrlich attraktiv gemacht, ergänzt Anja Schurtzmann, Mitglied der Grünen in der BV Süd: Der gesamte Durchgangsverkehr aus Odenkirchen und Rheydt sei auf die Duvenstraße gelegt worden. Dafür war die „Mülforter Spange“ ausgebaut worden – ein Aufwand, der die Stadt Millionen kostete. Das Teilstück des Mittleren Rings vom Stapper Weg bis zur Duvenstraße mit einer Untertunnelung der Bahn steht nun kurz vor der Fertigstellung. Klar, dass diese baulichen Neuerungen Begehrlichkeiten wecken. Einzelhandel an dieser Stelle wäre durchaus lukrativ - aber falsch für die Stadtentwicklung: „Das ist nicht mit der Aussage im Koalitionsvertrag zu vereinbaren, wonach eine Innenentwicklung Vorrang hat vor einer Außenentwicklung“, sagt Anja Schurtzmann.

 

Die Industriebrache liegt am Rande Rheydts und in der Nähe Odenkirchens. Ein großflächiger Einzelhandel dort, so Anja Schurtzmann, entzöge dem Odenkirchener Ortzentrum und der Innenstadt Rheydt weiter Kaufkraft. „Insofern können wir für eine solche Planung nicht sein“, sind sich die beiden Grünenpolitikerinnen einig. Sie verweisen auf eine ähnliche Entwicklung, die es im vergangenen Jahr erst an der Hofstraße gab, wo entgegen dem Einzelhandelskonzept der Stadt ein Discountmarkt errichtet werden sollte. „Wir Grünen vertreten die Auffassung, dass das Gelände als Gewerbegebiet neuer Art, das heißt, als nicht störendes Gewerbegebiet überplant werden sollte“, betont Ulla Brombeis und liefert gleich ein weiteres Argument: „Die Stadt braucht Arbeitsplätze. Arbeitsplätze, die sich in der Nähe der Wohnquartiere der Menschen befinden, die mit dem ÖPNV gut erreichbar sind.“ Alle diese Voraussetzungen und Chancen biete das Gelände an der Duvenstraße.

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