Karstadt Rheydt holt CDU/FDP mit ECE ein

 

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat in den vergangenen Jahren wiederholt auf die negativen Konsequenzen, die sich durch die schleichende Zentralisierung Mönchengladbachs für den Stadtbezirk Rheydt ergeben, hingewiesen. Gleiches gilt für die Gefahr der Aufgabe von Karstadt in Rheydt durch ECE im Stadtbezirk Stadtmitte Mönchengladbach.

 

„Bekanntlich verfolgen CDU/FDP die Absicht ECE und das neue Einzelhandelszentrum in der City Ost hinter dem Hauptbahnhof Mönchengladbach durch eine städtische Verkehrsinfrastruktur zu fördern, die allein für die Straßenbaumaßnahmen 37 Mio. Euro in den Haushaltsjahren 2008 und 2009 verschlingen sollen“, erläutert Ratsfrau Ulla Brombeis und weiter: “Das hierfür benötigte Geld wollen CDU und FDP aus dem städtischen Haushalt bereitstellen, der schon jetzt ein Gesamtdefizit von über 900 Mio. Euro aufweist.“

 

Dagegen stellen CDU und FDP mit ihrer Ratsmehrheit im Haushalt 2007 für die Entwicklung eines Innenstadtkonzeptes für die Rheydter City lediglich 200.000 Euro zur Verfügung. Ulla Brombeis rechnet vor: „Der Vergleich zeigt, CDU und FDP ist offensichtlich die Innenstadt Rheydt ein halbes Prozent von dem Wert, was ihnen allein der großspurige Ausbau der Straßen in der Gladbacher Innenstadt bedeutet.“

 

Bekanntlich entschied der Finanzminister des Landes NRW Helmut Linssen (CDU) die Schließung des Finanzamtes in Rheydt an den beiden Standorte Wilhelm-Strauß-Str. und Mühlenstraße. Jetzt erklärt Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) die Aufgabe des Amtsgerichtes Rheydt, Bruckner Allee/Nordstr. und die zukünftige Konzentration des Gerichtsstandes in Stadtmitte Mönchengladbach. Beide Entscheidungen demontieren die bisherige Zentralität stückweise.

 

Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse des Einzelhandelsgutachtens zu den Auswirkungen des großflächigen Shoppingcenters ECE in der Mönchengladbacher Innenstadt, dass die Einzelhandelsumsätze keines anderen Bezirkes dadurch so sinken wie die in Rheydt.

 

„Dr. Jansen Winkeln (FDP) und Herr Besten (CDU), als die Verantwortlichen der in Mönchengladbach herrschenden Stadtpolitik, wissen, dass Unternehmen, die auf Einzelhandelsumsätze angewiesen sind, keine langfristigen Investitionen in einem Stadtbezirk vornehmen, dessen innerstädtische Funktionen schrittweise durch politische Entscheidungen demontiert werden“, kritisiert Ulla Brombeis.

 

Karstadt in Rheydt hat seit dem ECE in Mönchengladbach ein großflächiges Shoppingcenter mit mehr als 30.000 m² plant zahlreiche Gespräche mit allen Fraktionen im Mönchengladbacher Stadtrat geführt. Immer wieder wurde von Seiten der Verantwortlichen bei Karstadt in diesen Gesprächen auf die Konsequenzen für den Standort Rheydt hingewiesen. Trotzdem haben CDU und FDP bis heute nichts erkennen lassen, was auf eine substantielle Konsequenz im Hinblick auf die Stärkung des Standortes Rheydt schließen ließe.

 

Sollte Karstadt in Rheydt schließen und ECE mit mehr als 30.000 m² in der Gladbacher Innenstadt kommen, können Dr. Jansen Winkeln (FDP) und Herr Besten (CDU) einen weiteren entscheidenden Erfolg auf ihrem Weg den Stadtbezirk Stadtmitte zum wahren Zentrum Mönchengladbachs zu Lasten Rheydts zu entwickeln, verbuchen.

 

Dazu bilanziert Ratsfrau Brombeis für die Grünen: “Wir sitzen in der Stadtpolitik an einem Tisch. Wir dürfen das Tischtuch zwischen Rheydt und Mönchengladbach nicht weiter zerreißen. Karstadt gehört zu Rheydt wie der Wochenmarkt. Deshalb ist uns, was bei Karstadt geschieht, nicht egal.“