Haus Erholung: Grüne wollen Werkstattverfahren

Dr. Boris Wolkowski
Monika Halverscheid

Mönchengladbach. Plänen, wonach das „Haus Erholung“ verkauft und zu einem „hochwertigen Hotel- und Tagungsstandort“ umgebaut werden soll, erteilen Mönchengladbachs Grünen eine Absage. „Diejenigen, die im Zusammenhang mit dem Verkauf des Hauses Erholung und dem Rahmenplan Abteiberg von einem „kulturellen Herzstück“ sprechen, sollten bei der Präsentation ihrer Verkaufs¬pläne ehrlicher sein. Denn wenn es sich hier um ein Herzstück handelt, dann darf man doch nicht die alte Planung von Prof. Hans Hollein einfach so ausblenden“, sagt der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Boris Wolkowski. Der Star-Architekt Hollein hatte die Idee verfolgt, den Abteiberg über eine Gesamtidee städtebaulich zu entwickeln und dabei das historische Stadtbild mit der Abtei sowie die extreme Hangsituation des Abteigartens berücksichtigt. Holleins Planung für das Museum wurde 1985 mit dem internationalen Architekturpreis, dem „Pritzker Award”, ausgezeichnet.

Für die Grünen folgt aus der Idee Holleins zunächst die Frage, welchen vielfältigen Bedürfnissen und Funktionen dieser wichtige Stadtraum Rechnung tragen muss. „Letztlich geht es um die Idee von Stadt“, sagt Dr. Boris Wolkowski. „Bevor man jetzt daran geht, Haus Erholung mit dem angrenzenden Grundstück des ehemaligen Hauses  Zoar zu verkaufen, sollte für den Abteiberg doch erst einmal ein Werkstattverfahren mit allen angrenzenden Akteuren durchgeführt werden“, sagt der Grünen-Ratsherr.

Er möchte Vertreter des Stiftisch Humanistischen Gymnasiums, des Münster Bauvereins, des Museumsvereins, des Arbeitslosenzentrums, der Kirchenge-meinde der Pfarre Sankt Vitus sowie die Anwohner in das Planungsverfahren mit einbeziehen. Ziel des Werkstattverfahrens sollte es sein, die konzeptionellen Grundlagen für die weiteren Entwicklungen des Abteibergs zu legen. Das städtebauliche und freiraumplanerische Gesamtkonzept müsse unter Berücksichtigung des teils historischen Gebäudebestandes erarbeitet werden, sagt Wolkowski.

„Die Entscheidung, wie der Abteiberg in den nächsten Jahren geprägt wird, sollte transparent, mit Bedacht und vor allem unter Mitwirkung der genannten Akteure aus dem Umfeld des Abteibergs erfolgen“, meint auch Monika Halverscheid, Sprecherin der Grünen in der BV Nord. „Das darf nicht einigen übereifrigen Protagonisten überlassen werden, die meinen, an dieser Stelle der Stadt auf die Schnelle ein Projekt zu realisieren, von dem nur wenige profitieren.“

Immerhin würden mit dem Verkauf von Haus Erholung und Haus Zoar auf dem Abteiberg neue private Grundstücksflächen geschaffen. Bisher verfügt die Stadt dort durchgängig über Grundstückseigentum, von der Stepgesstraße bis zum Münster.

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