Grüne wollen Stadtkassenportal im Rheydter Zentrum erhalten

Mönchengladbach-Rheydt: Neben dem eher abstrakten Thema Stärkungspakt beschäftigt zumindest in Rheydt ein weiteres, deutlich plakativeres Thema die Bevölkerung: das historische Portal der ehemaligen Stadtkasse.

 

Zur Geschichte: Mit breiter Zustimmung aller Parteien und mit umfangreicher Bürgerbeteiligung wurde vor einigen Jahren das Innenstadtkonzept Rheydt auf den Weg gebracht. In zahlreichen Workshops, öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltungen wurden das Konzept und die Einzelmaßnahmen, wie z.B. die Neugestaltung des Markplatzes, vorgestellt. In einem Gestaltungswettbewerb wurde die jetzige Planung ausgewählt und wiederum in allen Konsequenzen mehrheitlich verabschiedet. Das Innenstadtkonzept wird mit Mitteln der Europäischen Union in Höhe von 18. Mio. Euro als Projekt „Soziale Stadt" gefördert, Geld, das die Stadt selbst niemals hätte aufbringen können. Zielsetzung ist die städtebauliche Erneuerung und soziale Verbesserung der Innenstadt Rheydt.

 

Die Neugestaltung des Marktplatzes und die hiermit verbundenen Veränderungen, wie z.B. der Wegfall der Tiefgaragenzufahrt von der Seite Marktstraße, ermöglicht die Öffnung des Platzes zur Marktstraße/Stadtsparkassenplatz. Die optisch und fußläufig bessere Durchlässigkeit soll die Anbindung des Marktplatzes an die Stadt verbessern und eine übersichtlichere Raumsituation schaffen, so das Gestaltungskonzept. Das jetzige bauliche Ensemble aus Waschbeton-Elementen, halbherzigen Pflanzbecken und auch die Eingangssituation hinter dem Portal ergeben angesichts der neuen Bauplanung keinen Sinn mehr. Die Eingangshalle selbst wurde für eine in Erwägung gezogene Nutzung als Ausstellungsfläche praktisch niemals genutzt. Die jetzige Planung sieht eine Reduzierung des Baukörpers auf die reine Aufzugsäule vor. Der umliegende Bereich soll zurückgebaut werden.

 

„Vor diesem Hintergrund besteht für das Portal als architektonisches Einzelelement zukünftig keine Anbindung mehr an das Gebäude“, sagt Anja Schurtzmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bezirk Süd. Das Portal müsste statisch und architektonisch mit neuem, nicht unerheblichem Aufwand, der dann von der Stadt selbst zu tragen wäre, neu konzipiert und installiert werden. „Offen bleibt, ob dies ohne planerische Überarbeitung sinnvoll oder an dieser Stelle überhaupt möglich ist“, so die Grünen-Politikerin. „Vor diesem Hintergrund ist der Vorschlag der CDU, das Portal frei zu stellen und als Baudenkmal an gleicher Stelle stehen zu lassen, zwar sicher ein gut gemeinter Vorschlag, architektonisch und finanziell aber zumindest fragwürdig. Zudem stellt die CDU die von ihr selbst mitgetragene aktuell gültige Planung damit in Frage“, so Schurtzmann weiter.

 

Gleichwohl sehen die Grünen im Bezirk Süd, dass insbesondere die Geschichte und die historische Bausubstanz einer Stadt zu den Identifikations- und Wohlfühlfaktoren der Menschen gehört. Die gern genutzte Treppe und das Portal werden als „Überbleibsel" und Symbol einer über lange Zeit fehlenden Sensibilität für Städtebauliche Qualität in Rheydt gesehen. „Die aktuelle Planung hatte hierbei beides im Blick: Vergangenheit und Zukunft zu verbinden, das ist die Herausforderung, vor der wir stehen“, sagt Anja Schurtzmann.

 

Das historische Portal der ehemaligen Stadtkasse „fachkundig abzubauen und zu sichern, damit es zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Standort im Bezirk Süd aufgestellt werden kann“, ist von den Mitgliedern der Bezirksvertretung aller Parteien vor dem Hintergrund einer umfassenden Neugestaltung und qualitativen Aufwertung des Innenstadtbereiches einvernehmlich beschlossen worden, die Kosten des Abbaus sind durch die Fördermittel „Soziale Stadt” bereitgestellt.

 

Anstelle der kleinen Treppe vor dem Portal wird es in Zukunft eine langgestreckte Baumallee mit seitlichen Treppenaufgängen am Marktplatz geben, die Nutzung wird vom Rand bewusst auf den Platz verlegt, wo zukünftig ein lebendiger, intensiv genutzter Ort der Begegnung entstehen soll. 

 

Die Süd-Grünen haben nun gleich zwei Vorschläge für die Zukunft des Portals parat: „Wir wünschen uns zwischen Kirche, Rathaus und Fußgängerzone Gastronomie, Flair und Verweilqualität mit einem Abstrahlungseffekt auf die umliegenden Geschäfte und Immobilien“, so Anja Schurtzmann. Für das Portal der Stadtkasse sieht sie als einen möglichen neuen Standort den Sparkassenvorplatz in Blickweite, der durch die stadträumliche Öffnung an der jetzigen Stelle des Rathauseingangs erst sichtbar wird. Die zweite Idee ist, das Portal liegend in den Boden einzulassen und – wie man es aus Ausgrabungsstätten kennt – dezent per LED nachts angestrahlt unter einem Glasboden zu präsentieren. Anja Schurtzmann: „Wir würden mit dieser Lösung die neu gedachte Sichtachse nicht in Frage stellen und den Rheydterinnen und Rheydtern das Portal an fast historischer Stelle neu interpretiert erhalten.“

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