Grüne lehnen Biogasanlage in Wanlo ab

Uli Laubach.

Gut gefüllt war die Wanloer Mehrzweckhalle gestern bei der öffentlichen Mitgliederversammlung, zu der die Mönchengladbacher Grünen geladen hatten. Den Ort hatte man mit Bedacht gewählt: Die betroffenen Bürger sollten wohnortnah die Gelegenheit haben, an der Versammlung teilzunehmen und mit zu diskutieren. Am Ende sollte die Grüne Basis ihr Votum geben für oder gegen den Bau einer Biogasanlage in Wanlo. Neben den stimmberechtigten Mitgliedern der Partei waren dann auch zahlreiche Bürger aus Wanlo, Beckrath und Hochneukirch in die Halle gekommen, dazu Mitglieder der BI Wanlo, Vertreter der Kreisbauernschaft und an der geplanten Anlage beteiligte Landwirte.

 

Grünen-Vorstandssprecher Uli Laubach („Kein kommunalpolitisches Thema hat mich in Quantität und Qualität mehr in meinem Leben beschäftigt als die geplante Errichtung einer Biogasanlage am Standort Wanlo“) gab den Mitgliedern der Versammlung zunächst eine Einführung ins Thema. Es zeigte sich, dass es letztlich Uli Laubach war, der als einer der ersten den Unwillen der Wanloer zum geplanten Vorhaben aufnahm, und der einen Diskussionsprozess mit der NVV AG ins Rollen und Viele zum Nachdenken brachte.

 

In einer anschließenden persönlichen Erklärung glich der Grünen-Vorstandssprecher das Grüne Programm mit der Energiegewinnung durch eine Anlage ab, die Biogas auf der Grundlage von Mais gewinnt. Sein Fazit: „Die Grünen sind gut beraten, eine solche Anlage am Standort Wanlo abzulehnen und nicht gegen den erklärten Willen der Bevölkerung durchzusetzen.” Sein Vorschlag an die NVV und die beteiligten Landwirte: Im Güdderather Gewerbegebiet drei Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Firmen zu installieren oder aber sich an zwei Windkraftanlagen zu beteiligen.

 

In der anschließenden Diskussion bezogen dann die an der geplanten Anlage beteiligten Landwirte Stellung. Wolfgang Wappenschmidt, Landwirt und Vertreter der Kreisbauernschaft, verwies auf einen Beschluss der Bundesgrünen, wonach es energiepolitisch gewollt sei, bis zum Jahr 2050 eine Energieerzeugung aus 100 Prozent regenerativer Energie zu erlangen. In Wanlo sei eine Kraft-Wärme-Anlage geplant mit einer hervorragenden Ökobilanz. Den Standort Wanlo bezeichnete Wappenschmidt als sozial verträglich. „Die Biogasanlage stinkt nicht, verursacht keinen Lärm und keinen Staub“, sagte Wappenschmidt. Zudem befinde sich der Standort über 1000 Meter vom Ortskern entfernt hinter der Autobahn. Einzig die Mais-Transporte seien zu verkraften. Hierdurch sei Wanlo lediglich dreieinhalb Stunden pro Jahr belastet.

 

Die Bürger wollten diese Aussagen so nicht hinnehmen. So bezeichnete etwa Renate Esser aus Wanlo ihren Ort als „Diaspora, ein Dorf mit verminderter Lebensqualität“. Warum Bürger wie Renate Esser zu einer solchen Einschätzung gelangen, verdeutlichte Reinhold Giesen, Mitglied der Grünen in der Bezirksvertretung West, mit einer Schilderung der Situation der Menschen vor Ort. Wanlo sei über die Jahre den Widerstand gewöhnt. Zunächst als Rheinbraun versucht habe, „Wanlo wegzubaggern. Das konnte verhindert werden.“ Danach sei der Ort als Standort für eine Großdeponie und eine Müllverbrennungsanlage geplant worden. „Auch das ging gut für uns aus, stattdessen haben wir nun eine Kompostieranlage und einen Segelflugplatz“, so Giesen weiter. Dann sei der Windpark hinzugekommen sowie der sechsspurige Ausbau der Autobahn. Was noch kommen werde, seien die Sümpfungsbrunnen. Was dafür wegfalle, seien die Verkehrswege nach Süden, die in Wanlo zu einer Sackgassensituation führten. Das Fazit Giesens: „Die Pläne, hier eine Biogasanlage zu bauen, sind sozial unerträglich und ein Schlag ins Gesicht der Wanloer Bürger.“

 

Vor dem Hintergrund des Gesagten stellte Joe Hüskens, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, fest, dass der Dialog zwischen der NVV AG und den Bürgern vor Ort völlig schief gelaufen sei.

 

Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath äußerte Verständnis für das Anliegen der Landwirte, ihre Existenz absichern zu wollen mit der Beteiligung an einer Biogasanlage. Auf der anderen Seite gelte es aber auch, die Bedenken der Bürger zu respektieren. Im Hinblick auf die Diskussionsstruktur sagte Sasserath, es sei künftig zu überlegen, was besser gemacht werden könne.

 

In der anschließenden geheimen Abstimmung stimmten die Mitgliedern darüber ab, ihrer Ratsfraktion zu empfehlen, den Bau einer Biogasanlage am Standort Wanlo abzulehnen. Der Antrag wurde mit einer breiten Mehrheit von 81 Prozent der Stimmen angenommen.

 

„Inzwischen ist bundesweit quer durch alle Parteien die Erkenntnis vorhanden, dass der Anbau von Mais zur Energieerzeugung ökologischer Unsinn ist“, so Grünen-Vorstandssprecherin Gaby Brenner nach dem Votum der Mitglieder. Trotzdem halte die NVV AG an der Konzeption einer Anlage fest, für die es nach Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2012 voraussichtlich keine Subventionen mehr gibt. Sie befürchtet: „Die Biogasanlage in Wanlo, die den Namen nicht verdient, weil es sich um Etikettenschwindel handelt, der „Bio“ nur vortäuscht, soll noch in letzter Minute durch die politischen Gremien gepeitscht werden.“

 

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