Citynahes Wohnen: Naturschutz statt Objekt für Bauspekulanten

Hajo Siemes.

Mönchengladbach. „Citynahes Wohnen in Giesenkirchen“ nennt sich eine Planung im Osten Mönchengladbachs, die derzeit nicht unumstritten ist. Gegenstand der Auseinandersetzung ist das so genannte Plangebiet südlich der Mülforter Straße zwischen der Waater Straße und der Stichstraße der Mülforter Straße – ein durchaus begehrtes Siedlungsgebiet. Schon in römischer Zeit gab es hier Gutshöfe und einzelne Häuser, die sich an einer Straße entlang zogen. Die römische Straße als wichtiges Element der antiken Kulturlandschaft muss laut gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt werden bei allen weiteren Planungen zu einer eventuellen Bebauung. Die Römer sind längst Geschichte - heutzutage siedeln im Plangebiet andere Bewohner: Steinkäuze und weitere geschützte Tierarten wie Grünspechte, Feldlerche und Fledermäuse.

Gewichtige Gründe also, weswegen die Verwaltung der Politik eigentlich empfehlen müsste, die Aufstellung eines Bebauungsplanes in dem angesprochenen Plangebiet abzulehnen, meint Hajo Siemes, Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Ost. Der Naturschutzbund NABU habe in einer Stellungnahme bereits auf Brutstellen des Steinkauzes im Plangebiet hingewiesen; auch sehe die Untere Landschaftsbehörde große Probleme für die Umsetzung eines Bauvorhabens in diesem Gebiet. „Die Europäische Vogelschutzrichtlinie vom 02.04.1979 verlangt von den Mitgliedstaaten nach Artikel 1 die Erhaltung sämtlicher wildlebender Vogelarten, die im europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten heimisch sind", sagt Siemes. Die Mitgliedstaaten müssten, wie es die Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen vom 21.05.1992 formuliert, den günstigen Erhaltungszustand der Arten gewährleisten. „Dies kann nur bedeuten, den natürlichen Zustand dieses Gebietes für die zu schützenden Vogelarten zu erhalten“, folgert der Grünen-Politiker.

Neben den archäologischen und den Artenschutzaspekten verweist Siemes auf die Bauleitplanung, die nach dem Prinzip „Innen vor Außen“ erfolgen solle. Diese Planung verfolgt den Gedanken, naturnahe Flächen zu erhalten und keine weitere Verdichtung von Flächen vor allem in Außenbereichen auch wegen des Hochwasserschutzes zu vermeiden. „Da es sich bei diesem Plangebiet eindeutig um einen Außenbereich handelt und außerdem genug noch zu bebauende Grundstücke im Innenbereich von Giesenkirchen vorzufinden sind, kann die Bebauung hier nur abgelehnt werden“, sagt Hajo Siemes. Dieser Sachverhalt werde auch im Abschlussbericht „Dialog Giesenkirchen“ so gesehen.

Gründe genug also, sich klar gegen die Aufstellung eines Bebauungsplan an dieser Stelle auszusprechen und zu fordern, dass die brach liegenden städtischen Flächen beispielsweise als sogenanntes Grabeland hergerichtet werden - und nicht Gegenstand zur Profitmaximierung von Spekulanten in der örtlichen Planungs- und Baubranche. „Hier könnten natürliche Ressourcen erhalten und beispielsweise Parzellen an Bürgerinnen und Bürger verpachtet werden, die gerne Gemüse für den Eigenbedarf anpflanzen“, so Siemes weiter. Dann, so die Idee des Grünen-Politikers, könnte sich das gesamte Plangebiet neben den bereits jetzt schon bestehenden Kleintiergärten zu einem wertvollen natürlichen Naherholungsgebiet für Mensch und Tier entwickeln.  

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