Bündnisgrüne befürchten Abriss des Rheydter Hauptbahnhof-Gebäudes

Die Deutsche Bahn AG bietet das Gebäude Hauptbahnhof Rheydt zum Kauf an. Bündnis 90/Die Grünen sehen darin Chancen und Risiken zugleich: Ein Käufer könnte das heruntergekommene Gebäude renovieren – aber auch abreißen. Ermöglicht wird dies durch Besonderheiten des Baurechts für Bahnimmobilien.

Mönchengladbach. Eine Stadt, die über zwei Hauptbahnhöfe verfügt - das ist schon ziemlich einzigartig. Zu verdanken hat Mönchengladbach dieses Kuriosum der Gebietsreform von 1975, als die Städte Rheydt und Mönchengladbach vereinigt wurden. Wie es heißt, wollte die Deutsche Bahn seinerzeit kein Geld für die Umbenennung in die Hand nehmen, sodass es bei zwei Hauptbahnhöfen in einer Stadt blieb. Beim Punkt Sparen ist sich die Bahn über die Jahre hin treu geblieben: Nicht nur die Rheydter hatten seit langem auf dringend notwendige Investitionen zur Renovierung des heruntergekommenen Empfangsgebäudes und der Zugangsanlagen des Hauptbahnhofs Rheydt gewartet. Vergeblich. Die Deutsche Bahn AG bietet nun vielmehr das Gebäude des Rheydter Hauptbahnhofs zum Verkauf an. Offenbar mit Erfolg: Erste Angebote sollen bereits vorliegen.

Im benachbarten Viersen hatte 2006 ein privater Investor das dortige Bahnhofsgebäude erworben und erfolgreich saniert. Ein solches Vorgehen wäre auch für Rheydt denkbar. „Im Zuge eines Verkaufs könnte das zurzeit wenig gepflegte Gebäude nach einer Renovierung wieder seiner Stadt prägenden Bedeutung gerecht und mit Leben gefüllt werden“, sagt Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath. Neben dieser Möglichkeit - die Sasserath, der auch Vorsteher des Stadtbezirks Süd ist, sehr begrüßt -, besteht aber auch eine andere Variante.

„Das Risiko besteht darin, dass Investoren, die in den Besitz dieser bedeutenden Immobilie kommen, an dieser Stelle weitgehend machen können, was sie wollen. Das liegt an den Besonderheiten des Baurechtes für Bahnimmobilien“, verdeutlicht Sasserath. Dies bedeutet im Klartext: Es ist nicht auszuschließen, dass das Bahnhofsgebäude vollkommen abgerissen wird. An seiner Stelle könnte ein ungewollter Einzelhandelsstandort entstehen, ohne dass die Stadtverwaltung auf die Entwicklung Einfluss nehmen könnte. Ein weiterer Einzelhandel an dieser Stelle wäre aber absolut unverträglich für die Entwicklung des Rheydter Stadtzentrums. „Bei einem Erwerb durch einen privaten Investor wäre zudem die Zukunft der sehr erfolgreich etablierten Radstation im Rheydter Hauptbahnhof gefährdet“, sagt Sasserath. „Außerdem würde die stadtplanerisch notwendige Neugliederung des Bahnhofsvorplatzes, wenn erst einmal ohne Beteiligung der Stadt Fakten geschaffen wurden, sehr schwierig.“

Auch die Masterplaner identifizieren den Bahnhof Rheydt als städtebaulich wichtigen Bereich, vor allem im Hinblick auf seine verkehrliche Schlüsselstellung in der Verbindungsfunktion zum Rheydter Westen. Deshalb lehnen die Grünen am Bahnhof Rheydt eine Entwicklung ab, bei der den in Mönchengladbach bereits zahlreich vorhandenen Einzelhandelsimmobilien einfach eine weitere hinzugefügt wird, die architektonisch und städtebaulich wenig Glanz verstrahlt. „Bündnis 90/Die Grünen begrüßen daher ausdrücklich das Engagement der stadteigenen Kreisbau AG, sich an dem Bieterverfahren zu beteiligen“, erklärt Karl Sasserath. Gleichzeitig setzen sich die Grünen dafür ein, dass für das in Rede stehende Areal schon jetzt ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan getroffen wird. Sasserath: „Diese Willensbekundung hat zum einen Signalcharakter, zum anderen zeigen Politik und Verwaltung über den Einsatz des Steuerinstruments Bebauungsplan in einem Schlüsselbereich der Rheydter Innenstadt Verantwortung und vorbereiteten Gestaltungswillen.“

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