Bleichwiese als Kern des „Gladbachtals“ erhalten!

Dr. Boris Wolkowski.

Mönchengladbach. Zu Beginn des letzten Jahres hatte der Gladbacher Architekt Dr. Burkhardt Schrammen gemeinsam mit dem niederländischen Investor Piet van Pol das Projekt „Roermonder Höfe“ präsentiert, wonach die Bleichwiese mit vier- bis sechsgeschossigen Gebäuden zur Wohn- und Büronutzung bebaut werden soll. Das Projekt auf den Bleichwiesen ist in der Politik sehr umstritten: Zum einen muss sich Schrammens Geschäftspartner van Pol seit geraumer Zeit in den Niederlanden wegen eines großen Korruptionsskandals vor Gericht verantworten. Zum anderen entzündet sich an den Plänen zur Bebauung selbst große Kritik.

„Es ist problematisch, dass die Stadt noch unter der CDU/FDP-Mehrheit das Grundstück, auf dem sich bis 2001 das ehemalige Zentralbad befand, zum Verkauf frei gegeben hat, ohne dass konkrete städtebauliche Qualitätsanforderungen verbindlich festgelegt wurden“, sagt Dr. Boris Wolkowski, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der hiesigen Grünen. Das hat Folgen: Der Investor überplante die Bleichwiesen mit der für ihn  wirtschaftlichsten Ausnutzung des Grundstücks mit entsprechend schlechter städtebaulicher Qualität des Entwurfs.

Die Liste der Kritikpunkte ist lang:
•        Der im Masterplan vorgesehene Grünzug ist nur noch ansatzweise erkennbar, die Aufenthaltsqualität dort wird deutlich reduziert.
•        Nachbarn und Institutionen vor Ort im Bereich der Fliethstraße und der Lüpertzender Straße sind nicht ausreichend, zum Teil überhaupt nicht eingebunden worden.
•        Die geplante Dichte in den „Roermonder Höfen“ ist zu hoch, sodass in der Folge die Qualitäten in dem Grünzug Gladbachtal verloren gingen.
•        Die Aufenthaltsqualität in den Durchgangs- und Resträumen der Freianlagen ist schlecht.
•        Die Gebäudekörperstellung wird dem Ort nicht gerecht (Kammwirkung).
•        Der Fuß- und Radweg im Gladbachtal wird um zwei Meter angehoben und kann nur über Rampen erreicht werden.
•        Die Stadt bleibt auf teuren Infrastrukturkosten sitzen, obwohl diese üblicherweise vom Vorhabenträger übernommen werden.
•        Neben der Bleichwiese als beliebtem innerstädtischen  Freizeitgelände sollen der  benachbarte Spielplatz sowie der große öffentliche Parkplatz verschwinden.

Schon heute herrscht im gesamten Gebiet ein hoher Parkdruck. Dies wird aus Sicht des Grünen-Politikers dazu führen, dass die Anwohner und Besucher der Volkshochschule und der Städtischen Musikschule keinen Parkplatz mehr bekommen werden. Dafür dürften die Anwohner mit der Bebauung zur Kasse gebeten werden: Bei der Garagenzufahrtsstraße, die hinter der Straße Am Kämpchen zwischen Lüpertzender Straße und der Fliethstraße verläuft, handelt es  bisher um eine ungewidmete Straße. „Im Zusammenhang mit dem Bau der Roermonder Höfe wird diese Straße ausgebaut und erstmalig öffentlich gewidmet“, so Dr. Boris Wolkowski. Folge: Die Anwohner müssen finanziell für die Erschließungsbeiträge gerade stehen.

Im Verlaufe des Planungsprozesses kam es zu Einwendungen städtischer Gesellschaften, der Architektenschaft und zahlreicher Anwohner sowie von anderen politischen Kräften. „Offenbar möchten einige politische Befürworter des Projekts einen sozialen Austausch hinbekommen mit dem Ziel, dort eine finanzkräftigere Bewohnerschaft anzusiedeln“, sagt Dr. Wolkowski. Mit der Verdrängung einkommensschwacher Haushalte von dort würden allerdings auch die Ausgaben der öffentlichen Hand steigen für die Absicherung des Wohnens jener Bevölkerungsschichten, die sich ihre alten Wohnungen aufgrund von Mietpreissteigerungen künftig nicht mehr leisten können.

Der sozialräumliche Aspekt – nur ein weiterer von vielen konstruktiven Kritikpunkten, die während der gesamten Planungsphase geäußert wurden. „Grundsätzliche Verbesserungen sind aber nicht gemacht worden, deshalb halten wir auch unsere von Anfang an geäußerte Ablehnung dieses Vorhabens aufrecht“, sagt Dr. Boris Wolkowski. Ein entscheidender Punkt für ihn: Der Durchführungsvertrag für dieses Projekt hat nicht einmal im letzten Planungs- und Bau¬ausschuss vorgelegen. „Die Ausschussmehrheit muss sich fragen lassen, worüber sie eigentlich abgestimmt hat, wenn dieser Vertrag nicht vorlag und Gegenstand der Beratung sein konnte“, so Dr. Wolkowski.

In der nächsten Ratssitzung am 17.06.2015 beabsichtigt die große Koalition aus CDU/SPD im Mönchengladbacher Rat nun, dass das Grundstück an diesen Investor verkauft wird. Die Details werden allerdings nur in geheimer Sitzung verhandelt. Dr. Boris Wolkowski: „Neben  öffentlichem Protest sollten die Bürger ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen. Dabei werden wir Grünen sie nach Kräften unterstützen.“

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