Benennung von Straßen, Einrichtungen und Plätzen

Antrag für die Sitzung des Hauptausschusses am 17. September 2008 und die Ratssitzung am 24. September 2008

Gegenstand:

Benennung von Straßen, Einrichtungen und Plätzen

 

Beschlussentwurf:

Der Hauptausschuss empfiehlt / der Rat beschließt, der Oberbürgermeister wird gebeten, für die Benennung bzw. Namensgebung von Einrichtungen, Parks, Plätzen, Schulen und Straßen den Mitgliedern der Bezirksvertretungen, dem Kulturausschuss, Planungs- und Bauausschuss, Hauptauschuss und Rat ein neues Verfahren zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

 

Dabei soll das zukünftige Verfahren stärker als das bisherige

 

  • die gesamtstädtische Bedeutung der zu würdigenden Personen berücksichtigen,
  • die Gleichberechtigung beachten,
  • die Herausbildung einer gesamtstädtischen Identität beachten,
  • demokratischer und  transparenter sein, sowie
  • sicherstellen, dass Personen mit militaristischer oder NS-Vergangenheit, nicht Berücksichtigung finden.

 

Das zukünftige Verfahren soll den Hauptausschuss und Rat mit einem stärkeren Beteiligungsrecht bei der Benennung bzw. Namensgebung von Einrichtungen, Parks, Plätzen, Schulen und Straßen in Mönchengladbach ausstatten. Dabei sollte auch ein Beirat oder Ältestenrat als vorberatendes Gremium geprüft werden.

 

 

Begründung: Den Namen von Einrichtungen, Parks, Plätzen, Schulen und Straßen kommt bei der Herausbildung eines gesamtstädtischen Identitätsbewusstseins eine wesentliche Bedeutung zu. Das in Mönchengladbach praktizierte Verfahren für die Benennung bzw. Namensgebung von Einrichtungen, Parks, Plätzen, Schulen und Straßen ist geleitet von einer starken Bezirksbezogenheit. Gleichzeitig räumt die momentane Praxis der Verwaltung eine stark präjudizierende Stellung im Verfahren der Namensgebung in Mönchengladbach ein.

 

Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Benennung einer neuen Einrichtung, eines Parks, eines Platzes, einer Schule und insbesondere von Straßen eher selten vorkommt. Die Ausübung der Namensgebung gehört in den politischen Gremien eher zu den Ausnahmen, weil die Möglichkeit einer neuen Benennung z. B. einer Straße i.d.R. deren Neubau voraussetzen. Ähnliches gilt für Einrichtungen, Parks, Plätze oder Schulen.

 

Ein Rückblick auf die neuen Namensgebungen in Mönchengladbach zeigt, dass Orte und Männer eindeutig das Geschehen dominieren. Gleichzeitig ist das Ganze stark von bezirksbezogenen Aspekten geprägt.

 

Festzuhalten ist, dass bei dem bis heute in Mönchengladbach praktizierten Namensgebungsverfahren Frauen deutlich unterrepräsentiert sind. Dieser Zustand wird der Bedeutung von Frauen im gesellschaftlichen Leben Mönchengladbachs weder qualitativ noch quantitativ gerecht und mutet patriarchalisch an.

 

Gleichzeitig kommen bedeutende Persönlichkeiten, wie z.B. das verstorbene Stifterehepaar Josef und Hilde Wilberz seit Jahren bei der Benennung z. B. einer Straße, einer Einrichtung oder eines Platzes in repräsentativer Lage seit Jahren nicht zum Zuge. Wer die Bedeutung der Josef und Hilde Wilberz-Stiftung für das kulturelle oder soziale Leben Mönchengladbachs kennt, kann mit diesem Zustand nicht zufrieden sein.

 

Von daher sollte das bisherige Verfahren in Mönchengladbach einer grundlegenden Überprüfung unterzogen werden.

 

Für die Fraktion

 Karl Sasserath

Fraktionssprecher

Karl Sasserath