Arkaden-Richtfest kein Grund zur Freude bei den Grünen

Uli Laubach.
Karl Sasserath.

Mönchengladbachs Grüne stimmen in die Jubelfeiern nicht ein, wenn am heutigen Freitag das Richtfest beim Shopping-Center der „Management für Immobilien AG“ (mfi) ansteht. Große Center wie dieses sieht man weiterhin sehr kritisch.

Mönchengladbach. Lange fochten die Grünen einen politischen Kampf, für die Stadt Mönchengladbach eine Shoppingcenter-Planung hinzubekommen, die verträglich ist für die Gesamtstadt. Über sieben Jahre ist es her, dass die Fraktionen von CDU, SPD und FDP für das Modell des Hamburger Projektentwicklers ECE stimmten, der im Bereich des alten Schauspielhauses an der Hindenburgstraße ein Mega-Shopping-Center mit rund 30.000 Quadratmeter neuer Einzelhandelsverkaufsfläche errichten wollte. Die Grünen erkannten zeitig die Gefahren eines riesigen Centers für den örtlichen Einzelhandel; es erschien ihnen ebenso unsinnig wie die Subventionierung der erforderlichen Verkehrsinfrastruktur für das Projekt mit 14,5 Mio. € aus dem städtischen Haushalt.

Von den Grünen organisierte öffentliche Informationsveranstaltungen klärten über die katastrophalen städtebaulichen Folgen der völlig überdimensionierten ECE-Shopping-Center-Planung für die Mönchengladbacher Innenstadt auf. Ende 2007 fanden die Grünen in Person ihres Ratsherrn Winfried Schulz das rechtliche Erfordernis heraus, wonach der geplante Grundstücksdeal mit ECE europaweit auszuschreiben sei. „Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach wertet die europaweite Ausschreibung als einen großen politischen Erfolg für die Stadt“, sagt Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath. In der Folge holte der dadurch ausgelöste Wettbewerb mit der Essener „Management für Immobilien AG“ (mfi) einen zusätzlichen Bieter ins Boot, der eine Lösung präsentierte, die auf den teuren Auto-Tunnel Steinmetzstraße verzichtete und damit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Mönchengladbach eine städtische Ausgabe von rund 7 Mio. € ersparte. „Es ist einer unserer größten Verdienste als Grüne in der damaligen Ampel, dass nun eine wesentlich abgespeckte Version des Shoppingcenters gebaut wird“, so Sasserath.

Das Angebot von mfi war immerhin für die Stadt um fast 3 Mio. € günstiger als das von ECE. Es gewährleistet für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge einen freien Durchgang zwischen Stepgesstraße und Viersener Straße, tastet das Gründerzeitviertel nicht an und erhält den öffentlichen Durchgang dorthin. Auch sind Lichthof und Theatergalerie eingebunden; die jetzige Planung weist mehrere attraktive Zugänge zur vorhandenen Fußgängerzone auf.

„Besonders wichtig ist uns auch der Punkt, dass die Nettoverkaufsfläche mit 17.240 qm gegenüber den 25.000 qm neuer Fläche von ECE um mehr als 7.700 qm kleiner ist“, stellt Uli Laubach, Vorstandsmitglied des grünen Kreisverbandes Mönchengladbach, fest. Grundsätzlich sehen die Grünen Groß-Shoppingcenter mit Verkaufsflächen über 15.000 qm jedoch weiterhin sehr kritisch. „Auch das neue mfi-Center wird deutlich mehr Verkehr und damit Staus, Abgase und Feinstaub nach Mönchengladbach bringen“, so Laubach. Zudem gefährde es den vorhanden innerstädtischen Einzelhandel massiv.

Hintergrund: Nach dem Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) sollen allein aus der Rheydter City jährlich ca. 10-11 Mill. € Umsatz abfließen. Für Karl Sasserath ist ein weiterer Punkt wichtig: „Die Pläne, Karstadt in Rheydt aufzugeben, könnten auch mit der nahen Eröffnung des mfi-Centers in Zusammenhang stehen. Wir werden in Zukunft politisch darauf einwirken, dass die zugesagten Auflagen wie z.B. Verkaufsflächenbegrenzungen eingehalten werden und damit die Gefährdung für den vorhandenen Mönchengladbacher Einzelhandel nicht noch größer wird.“ Zum Feiern ist Mönchengladbachs Bündnisgrünen vor diesem Hintergrund nicht gerade zumute.

Weitergehende Infos zum GMA-Gutachten gibt es im Internet unter www.moenchengladbach.de/fileadmin/downloads/pdf/STADTRAT_VERWALTUNG/MG_Auswirkungsanalyse-EKZ_25-05-2011.pdf

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