Stellungnahme zur Bewerbung der Stadt Mönchengladbach als Standort der EM 2024

Dr. Gerd Brenner

Der Bekanntheitsgrad der Stadt Mönchengladbach in Europa und der Welt kann deutlich gesteigert werden und es gibt eine wirtschaftliche Belebung in der wachsenden Stadt MG+. Mit diesen Erwartungen hat der Verwaltungsvorstand in der jüngsten Ratssitzung für Mönchengladbach als einen Standort der Fußball-Europameisterschaft 2024 geworben. Was die Wirtschaftsbelebung anbetrifft, dürfte es sich dabei allerdings nur um ein Strohfeuer handeln. Eine nachhaltig positive Auswirkung z.B. auf den Arbeitsmarkt kann dieser kurzfristige Event eher nicht haben.

 

Und dann gibt es da noch die andere Seite der Medaille: die völlig ungeklärten Finanzierungsfragen. Angesichts der immer noch angespannten Haushaltssituation der Stadt verdienen solche Fragen eine hohe Aufmerksamkeit. Eine durchaus wichtige Aussage zur Finanzierung steht in der Beschlussvorlage der Verwaltung: Es gebe „noch keine Grundlagen, die eine seriöse Kostenschätzung zulassen“, heißt es da unverblümt. Dennoch sollte der Rat in seiner jüngsten Sitzung eine höchst finanzwirksame Grundsatzentscheidung für die EM treffen – so der zuständige Dezernent Dr. Fischer. Aus dieser Grundsatzentscheidung kommt die Stadt aller Voraussicht nach gar nicht mehr heraus, auch wenn sie es wollte, weil es sich z.B. herausstellt, dass die Kosten für den städtischen Haushalt explodieren. Die Frage, welche Ausstiegsoptionen es zu welchen Zeitpunkten gibt, wurde im Rat gestellt, blieb aber letztlich unbeantwortet. Faktisch gibt es solche Ausstiegsoptionen auch gar nicht mehr, wenn Mönchengladbach vom Deutschen Fußballbund (DFB) ausgewählt worden ist und die Bewerbung des DFB erfolgreich sein wird. Die Stadt muss dann alle Kröten schlucken, welche die UEFA nachher auftischt. In der Sprache der Verwaltung: „Ein Kosten- und Einnahmetableau wird sich schrittweise erst ab dem Zeitpunkt entwickeln lassen, zu dem die UEFA darüber entscheidet, welches Land Gastgeber der EURO 2014 sein darf“. Die Verwaltung hat dem Rat also durchaus reinen Wein eingeschenkt und deutlich darauf hingewiesen, dass den Bewerberstädten zugemutet wird, eine Katze im Sack zu kaufen. CDU, SPD und FDP haben sich mit diesem Problem im Rat jedoch gar nicht ernsthaft auseinandersetzen wollen und euphorisiert einem Grundsatzbeschluss für die EM zugestimmt. Wie teuer ein solches Abenteuer werden kann, erleben wir gerade am Beispiel der Tour de France.

 

Die Erfahrungen mit einer Reihe von sportlichen Großereignissen der letzten Jahre gemahnen zu großer Wachsamkeit: Internationale Sportkonzerne wie die UEFA legen den Bewerbungsprozess so an, dass erkleckliche Gewinne der Tourniere für sie selbst von Anfang an gesichert sind. Denn die allermeisten Risiken werden in der Bewerbungskette den nationalen und lokalen „Partnern“ aufgehalst. Der DFB seinerseits wählt dann ein ähnliches Verfahren der Gewinnsicherung (für sich) und Kostenabwälzung (auf andere). Die Bewerberstädte können sich diesem Verfahren gar nicht entziehen – wenn sie sich grundsätzlich auf das Spiel einlassen. Der DFB wird sicher nur diejenigen Städte in die nationale Bewerbung aufnehmen, die eine positive Grundsatzentscheidung für die EM getroffen haben – mit allen Kröten, die später noch zu schlucken sein werden und obwohl die dabei entstehenden Kosten noch gar nicht bezifferbar sind. Das ist ein sehr schlaues Verfahren – für die UEFA und wohl auch für den DFB, aber keineswegs für die Kommunen.

 

In letzter Zeit gab es im Umfeld von sportlichen Großereignissen einen stark wachsenden Geschäftsrummel. Aber in diesen Rummel wurden die lokalen Gewerbetreibenden kaum noch hineingelassen. Den Gewinn schöpften die großen Sportkonzerne größtenteils selber ab. Bei den lokalen Gewerbetreibenden gab es viele lange Gesichter. Auch dazu wollten sich die Befürworter der Bewerbung in der Ratssitzung nicht äußern.  

 

Im Rat wünsche ich mir ab und zu deutlich mehr kritische Vernunft statt einer Ausbreitung des Euphorisierungsvirus. In der Wahrnehmung des Fraktionsvorsitzenden der CDU ist eine solche kritische Vernunft allerdings oft nur eine „Spaßbremse“.

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