Kinderarmut in den Blick nehmen

Kinderarmut in den Blick nehmen

Mönchengladbach ist die Stadt mit den meisten Sozialhilfebedürftigen in NRW. 70 pro 1000 Bürger müssen in Mönchengladbach von der Sozialhilfe leben. Das berichtet das Landesamt für Statistik über die deutsche Presseagentur am Dienstag. Nicht die Städte des Ruhrgebiets, sondern das Oberzentrum am Niederrhein führt die Statistik an. (Zum Vergleich: Gelsenkirchen (68 von 1000), Wuppertal (61), Essen und Hagen (je 62), Köln (57), Oberhausen und Bielefeld (je 56), Duisburg und Dortmund (je 55), Krefeld (47), der Kreis Recklinghausen und die Stadt Aachen (je 46) und Düsseldorf (45).

Seit fast zwei Jahrzehnten fordern die Bündnisgrünen im Rat von der Stadtverwaltung immer wieder die Erstellung von regelmäßigen Armutsberichten für Mönchengladbach. Obwohl die Verwaltung über kompetente Fachleute verfügt, erstellte sie seit 1996 keinen eigenen kommunalen Armutsbericht mehr. Weshalb begründet Karl Sasserath, OB-Kandidat der Grünen in Mönchengladbach so: „Die politische Auseinandersetzung mit den Ursachen der Besorgnis erregend hohen Sozialhilfebedürftigkeit erachten viele Verant-wortliche in der Mönchengladbacher Politik als rufschädigend für den Standort".

Herauszufinden, weshalb Mönchengladbach z.B. bei Scheidungen und Trennungen ebenfalls in NRW vorne liegt, obwohl hier neben der Arbeitslosigkeit ein offensichtlicher Zusammenhang zu der überdurchschnittlichen Sozialhilfebedürftigkeit besteht, interessiert die politische Mehrheit bisher nicht. "Wer sich hierbei schon der Erörterung der Ursachen verweigert“, urteilt Karl Sasserath, “kann auch keine angemessenen Lösungen finden. Gerade hier muss aber politisches Handeln großgeschrieben werden."

"Die Hochschule Niederrhein und die Armutskonferenz Mönchengladbach wiesen durch unabhängige Armutsberichte frühzeitig auf die soziale Lage in Mönchengladbach hin. Lei-der verzichtete der Rat darauf, die Ergebnisse zu erörtern, notwendige Konsequenzen zu beschliessen und umzusetzen, obwohl viele Menschen von der Sozialhilfe leben zu müs-sen, mit einem Leben in Armut gleichsetzen", so Sasserath und weiter: "ohne das ge-meinnützige und ehrenamtliche Engagement in dieser Stadt sähe die soziale Lage in Mönchengladbach noch betrüblicher aus."

 

Wie der Bericht des Landesamtes für Statistik zeigt, sind die Sozialhilfebedürftigen immer jünger geworden. Dass Mönchengladbach bei den Kindern und Jugendlichen, die von der Sozialhilfe leben müssen, landesweit einen Spitzenrang einnimmt, gibt für Karl Sasserath besonderen Grund zur Sorge. "Der Jugendhilfeausschuss und der Schulausschuss in Mönchengladbach müssen sich mit der Sozialhilfebedürftigkeit von Kindern und Jugendli-chen in der Stadt auseinandersetzen“, fordert Karl Sasserath und,“ die Verwaltung darf das Thema Kinderarmut nicht tabuisieren.

Kinder in Armut fühlen sich nicht nur ausgeschlossen und unglücklich. Sie sind zudem häufig fehl ernährt und leiden in der Folge unter Krankheiten. Es darf nicht sein, dass Kin-der am warmen Mittagessen in Schulen nicht teilnehmen können, weil Eltern nicht im-stande sind, den Beitrag zu bezahlen.

"Für die gleichen Rechte von Kinder und Jugendlichen in Mönchengladbach einzutreten, verlangt z.B. in Schulen sicherzustellen, dass jedes Kind dort am Tag zumindest eine warme und gesunde Mahlzeit erhält," nennt Karl Sasserath als ein wichtiges politisches Ziel. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, schlagen die Grünen vor, dazu die Arbeit von Schul- und Jugendamt zukünftig stärker miteinander zu verzahnen.“

Für die Bündnisgrünen ist die Grundschule ein wichtiger Ort für die Kompensation der Folgen von Armut. Im Zuge der Einführung von Ganztagsbetreuung an Grundschulen ist deshalb sicherzustellen, dass alle Kinder am warmen Mittagessen teilhaben. Deshalb muss eine der wesentlichen Anforderungen an die Ganztagsbetreuung, in Anlehnung an die Standards in den Kindertagessstätten, neben der verlässlichen Betreuungszeit immer auch die Mittagsverpflegung sein. Dazu Karl Sasserath: „Wir meinen, dass die Inan-spruchnahme des Mittagessens - analog zur Essenteilnahme in Kitas - verpflichtend sein sollte.“

Der Gesetzgeber sieht vor, dass für die Mittagsverpflegung ein Beitrag erhoben werden kann. Die Bündnisgrünen werden die Verwaltung auffordern, hierzu Vorschläge zu ent-wickeln und den Fachausschüssen zur Entscheidung vorzulegen. Karl Sasserath: „Wich-tig ist dabei auch, dass die finanzielle Abwicklung nicht über die jeweilige Schule sondern über die Stadt erfolgt,“ und weiter,“ wir vertreten die Auffassung, dass für das Mittagessen eine Regelung gefunden werden muss, die für alle Schulen gilt und nicht allein auf das in-dividuelle Engagement von Lehrern, Schulleitung und Eltern abgewälzt werden kann.

Spenden und das Engagement in den Schulen selbst sollten für ergänzende Angebote wie die Bereitstellung von Lebensmitteln für ein Frühstück, Obst etc. genutzt werden. Weil die Situation an Schulen sehr unterschiedlich ist, könnte ein Teil von Spenden auch über einen Spendenpool verteilt werden.

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