„Inklusion und Barrierefreiheit " - ein Abend voller Informationen

Bernd Woltmann-Zingsheim, LVR

Mönchengladbach. Vier Referenten hatten die Mönchengladbacher Grünen für ihren Informationsabend am 25. Oktober im Paritätischen Zentrum gewinnen können. Durch den Abend führten Anna Bögner und Karl Boland, die beiden Mitglieder der Grünen im Sozialausschuss.

Den Einstieg ins Thema bereitete Bernd Woltmann-Zingsheim vom Landschaftsverband Rheinland mit seinem Vortrag, in dem er auf die UN-Behindertenrechtskonvention und die Herausforderungen für das Handeln der Kommunen einging. 2009 trat in Deutschland die sogenannte Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft. Damit sind Bund, Länder und Kommunen verpflichtet, weitreichende Vorkehrungen gegen die Diskriminierung und die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Leben zu treffen. Die Bundesregierung hat 2011 einen Aktionsplan vorgelegt, die Landesregierung Nordrhein-Westfalen legte im Juli 2012 nach. Woltmann-Zingsheim dazu: „ Das Thema gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Auch in Mönchengladbach müssen sich alle Verantwortlichen Gedanken dazu machen, wie Inklusion und Barrierefreiheit in einem sehr umfassenden Sinne umgesetzt werden können.“ Dem ersten Vortrag folgte bereits eine rege Beteiligung der Zuhörerinnen und Zuhörer, die jedoch nach kurzer Zeit zurückgestellt werden musste, um im Zeitrahmen des Abends zu bleiben.

Der zweite Programmpunkt wurde von der Schulsozialarbeiterin Anita Parker bestritten. Die Diplom-Pädagogin stellte exemplarisch die Tami-Oelfken-Ganztagsschule in Bremen vor, an der sie über Jahre tätig war und die zeitweise im Modellversuch eine sechsjährige gebundene Ganztagsschule war. Hauptaugenmerk legte Anita Parker anhand von zahlreichen Fotos auf den barrierefreien Umbau der Grundschule und auf die hohe Personaldichte mit Lehrerinnen und Lehrern, Sozialpädagoginnen und –pädagogen und Assistenzkräften und einer Psychologin für die Betreuung der Förderkinder.

Die Architektin Viktoria Wolf ging in ihrem Vortrag speziell auf die baulichen Gegebenheiten für einen barrierefreien Alltag ein. Der Aspekt „Design for all  – Geplant für alle" ist besonders bei der alltagsgerechten Gestaltung des direkten Wohnumfeldes gefragt. Eine barrierefreie Gestaltung sei keine Rücksichtnahme auf eine Personengruppe, sondern das bewusste Einbeziehen aller Menschen nach dem Grundsatz, es ist normal, verschieden zu sein. Eine barrierefreie Planung muss deshalb sowohl die Unterschiedlichkeit der Bewohner und Bewohnerin – junge und alte Menschen, Sehbehinderte, Gehbehinderte – als auch die jeweils mögliche Veränderungen ihrer Bedürfnisse vorausschauend mit einbeziehen. Nach dem Gesetz über soziale Wohnraumförderung ist es zudem möglich, bestimmte bauliche Maßnahmen, die durch den Umbau zur Reduzierung von Barrieren notwendig werden, zu fördern.

Der demographische Wandel war im vierten und letzten Beitrag des Abends das spannende Thema des Arbeitspsychologen Prof. Dr. Lutz Packebusch, nach dessen Aussage die Nachfrage nach Arbeitskräften bei gleichzeitig sinkendem Angebot an Arbeitskräften steigen wird. Dies gilt auf der betrieblichen Ebene sowohl für Industrie als auch für Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe. „Zukunftsorientierte Betriebe, Verwaltungen und Branchen in unserer Region haben dies bereits erkannt und in entsprechenden Strategiepapieren, Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen die Gesundheitsförderung und die Entwicklung des eigenen Personals sowie die Förderung der Arbeitsfähigkeit als eine Säule zumindest programmatisch verankert“, so Packebusch. Dieses ermögliche es, Behinderte und Nichtbehinderte mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen entsprechend der vorhandenen Arbeitsfähigkeit in die normalen Fertigungsprozesse zu integrieren. Der Arbeitspsychologe weiter: „Gleichzeitig steigen allerdings auch die Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten und die psychischen Belastungen aufgrund von höheren Anforderungen hinsichtlich Qualität und Quantität. Hier können und sollen Modellprojekte aus der Region ansetzen.“

In unserer Stadt leben viele Menschen. Mit und ohne Behinderung. Männer und Frauen. Alte und Junge. Aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Alle haben die gleichen Menschenrechte. Inklusion bedeutet, dies in allen Lebensbereichen auch praktisch umzusetzen. Es gibt noch viel zu tun.

 

 

 

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