Doppelmord in Mönchengladbach

An den Oberbürgermeister der

Stadt Mönchengladbach

Herrn Norbert Bude

Rathaus Abtei

 

15. März 2007

 

 

Doppelmord in Mönchengladbach

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

 

Bezug nehmend auf den tragischen Fall des Doppelmordes im Bezirk Rheydt-Mitte am 09.03.2007 möchte ich folgende Fragen an Sie herantragen mit der Bitte um Stellungnahme.

 

Wie der Presse zu entnehmen war, ging der Tat ein Gerichtstermin beim Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt an der Brucknerallee voran. Dabei ging es um das Sorge- bzw. Umgangsrechts für die gemeinsamen Kinder. In der Regel bedient sich das zuständige Familiengericht in solchen Fällen der Amtshilfe des örtlichen Jugendamtes bzw. der städtischen Sozialdienstes.

 

Von daher möchte ich Sie um die Beantwortung nachfolgender Fragen bitten:

 

1. Inwieweit war dem Amt für soziale Dienste bzw. dem Jugendamt der Stadt Mönchengladbach bekannt, dass es sich bei dem Täter um einen Gewalttäter handelte, der seine Frau regelmäßig geschlagen haben soll und gegen den bereits ein Haftbefehl vorlag? Wenn dem Jugendamt der Stadt Mönchengladbach die Gewaltproblematik aktenkundig bekannt war, was wurde von Seiten der Stadt Mönchengladbach zum Schutz der Familie der Getöteten getan? Existieren bei der Stadt Mönchengladbach Akten, aus denen hervorgeht, dass es sich bei dem Täter um einen potentiellen Gewalttäter handelte?

 

2. Hat das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach Justiz, Staatsanwaltschaft und Polizei davon in Kenntnis gesetzt, dass es sich bei dem Täter um einen potentiellen Gewalttäter handelte, der seine getötete Ehefrau regelmäßig geschlagen haben soll?

 

3. Verfügt die Stadt Mönchengladbach über Kenntnisse, ob der Täter schon stationär psychiatrisch behandelt worden war?

 

4. War zu dem Gerichtstermin, an den sich die Morde anschlossen, das Jugendamt geladen? Wenn ja, hat das Jugendamt darauf hingewirkt, dass die Polizei zum Schutz der Beteiligten vor Gericht anwesend war, wie es in vielen Städten, wenn eine Gewaltproblematik vorherrscht, grundsätzlich praktiziert wird?

 

5. Unterhält das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach eine zentrale Notrufnummer und/oder Kontaktadresse an die sich das Lehrpersonal, Kinder und Jugendliche aus allen Schulen in Mönchengladbach sowie andere Personen in Fällen von häuslicher Gewalt, Bedrohung und anderen existentiellen Notlagen wenden können?

Wenn ja, wann wurde diese vom Jugendamt der Stadt Mönchengladbach allen Schulen in Mönchengladbach und anderen gegenüber bekannt gemacht?

Wie lautet diese Nummer und zu welchen Zeiten ist diese Nummer erreichbar? Auch hierzu erbitten wir alle vorliegenden Informationen.

 

6. Existiert beim Jugendamt eine Dienstanweisung, die das Personal anweist, wie in Fällen z.B. des Umgangs- und Sorgerechts, die gleichzeitig das Vorhandensein einer Gewaltproblematik nahe liegend erscheinen lassen, grundsätzlich zum Schutz der dadurch gefährdeten Beteiligten zu verfahren ist? Wenn ja, bitten wir um Übersendung eines Exemplares dieser Dienstanweisung.

 

7. Existiert für alle Mönchengladbacher Schulen eine Dienstanweisung, die das Schulpersonal anweist, wie in Fällen, in denen das Personal an Schulen Informationen erhält, die den Verdacht nahe legen, dass Schülerinnen und Schüler häuslicher Gewalt, Bedrohung und anderen existentiellen Notlagen augesetzt sind, zu handeln ist? Wenn ja, bitten wir um Übersendung eines Exemplares.

 

8. Die beiden Morde vollzogen sich an zwei Frauen mit einem Migrationshintergrund. Häufig erfahren die Opfer zuerst häusliche Gewalt durch die Täter. Die beiden Taten in Mönchengladbach können in den Kontext so genannter „Ehrenmorde“ gestellt werden. Opfer dieser Gewalt sind überwiegend Frauen.

Daraus ergibt sich die Frage, welche Stellen in Mönchengladbach sind speziell für Migrantinnen, die solche Gewalterfahrungen machen, bekannt und zuständig?

 

9. Bei den so genannten „Ehrenmorden“ handelt es sich um hinrichtungsähnliche Morde, die von Tätern mit einer archaisch patriarchalischen Mentalität begangen werden. Diese Mentalität tradiert sich, in dem männliche Jugendliche diese Einstellung übernehmen. Häufig entstammen solche Täter einem Milieu mit Migrationshintergrund.

 

Wo führt das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach gemeinsam mit Schulen in Mönchengladbach welche Maßnahmen durch, um gewaltorientierte Einstellungen von männlichen Jugendlichen zu verändern (Anti-Gewalttraining)?

 

Für eine baldige Antwort danke ich Ihnen und verbleibe

mit freundlichen Grüssen

 

Karl Sasserath

Fraktionsvorsitzender

 

 

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