Keine neuen Straßen zulasten von Gesundheit und Wohnqualität!

Anja Schurtzmann.

Mönchengladbach/Rheydt. Schlechte Luft und jede Menge Lärm – wo diese beiden Faktoren zusammen kommen, lebt sich`s nicht besonders gut. Mönchengladbach hat jede Menge solcher Ecken. Um die dort lebenden Menschen gegen den Lärm durch Straßen- und Schienenverkehr, durch Gewerbe und Flugzeuge zu schützen, ist die Stadt gehalten, Maßnahmen zu ergreifen. Lärmkarten zeigen, welche Bereiche des Stadtgebietes besonders von Krach und lauten Geräuschen belastet sind.
Die BV Süd hatte sich jetzt als erste Bezirksvertretung in diesem Sitzungszug mit dem Thema zu befassen. Wie die Verwaltung festgestellt hatte, sind die Straßenzüge Friedrich-Ebert-Straße und Rheydter Straße sowie Theodor-Heuss-Straße, Gartenstraße, und Limitenstraße besonders stark befahren. Entsprechend hoch ist dort die Belastung durch Lärm und Schadstoffe. Maßnahmen, die diese Belastungen verringern, sind je in einem Luftreinhalteplan und einem Lärmaktionsplan enthalten.


Innerstädtisches Durchfahrverbot für Lkw


Bekannteste Schutzmaßnahme im Luftreinhalteplan ist die Umweltzone. Möglich sind aber auch Geschwindigkeitsreduzierungen oder die Einführung von Lkw-Durchfahrtsverboten auf einzelnen Straßen oder in größeren Gebieten. Im benachbarten Krefeld hat man sich beispielsweise im Herbst letzten Jahres dazu entschlossen, den Lkw-Durchgangsverkehr zu verbieten; Schilder an den Autobahnen und Landstraße um Krefeld weisen auf die Umweltzone und das innerstädtische Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen hin. Ausgenommen davon ist der Lieferverkehr. Und mehr noch: In Krefeld sind städtische Gesellschaften und deren Subunternehmen aufgefordert, bei Neuanschaffungen grundsätzlich schadstoffarme Fahrzeuge einzusetzen. Auch ist ein kommunales Konzept zur Elektromobilität geplant.
Schutzmaßnahmen wie Fahrverbote und Geschwindigkeitsreduzierungen und die Verlagerung von Lärm in Gebiete, die als weniger konfliktbehaftet gelten, werden auch zur Lärmminderung eingesetzt. Letztere Maßnahme war nun vorgeschlagen für die oben genannten stark belasteten Straßenzüge im Bezirk Süd. Angedacht war im Vorentwurf des hiesigen Lärmaktionsplans, den Verkehr zu verlagern auf die Straßenzüge Südstraße – Am Gerstacker – Otto-Saffran-Straße sowie in den Bereich Heinrich-Pesch-Straße – Seilerweg – Landgrafenstraße – Markgrafenstraße – Burggrafenstraße. Maßnahmen also, die den Lärm des motorisierten Individualverkehrs nur anders verteilen, nicht aber seine Ursachen bekämpfen. Entsprechend ablehnend war die (einstimmige) Haltung der Bezirksvertretung Süd.


Alternativen zum Auto und zur CDU-Verkehrspolitik


Als Maßnahme zur Luftreinhaltung hatte die BV Süd weiter zu entscheiden über den Bau zweier Entlastungsstraßen: eine Entlastungsachse Ost (Südstraße, Am Gerstacker, Otto-Safran-Straße, Querspange Hoster) sowie eine Entlastungsachse West (Hohlstraße, Heinrich-Pesch-Straße, Seilerweg, Landgrafenstraße, Markgrafen- und Burggrafenstraße). Auch dieser Vorschlag stieß bei den Bezirksvertretern auf wenig Gegenliebe.

„Gerade vor dem Hintergrund neuster Erhebungen, aus denen hervor geht, dass der motorisierte Individualverkehr in Mönchengladbach entgegen dem Bundes-Trend weiter gestiegen ist, halten wir Grünen wenig von derartigen millionenschweren Straßenbauprojekten, zumal, wenn nicht vor allem in Wohngebieten eine flächendeckende Verkehrsberuhigung umgesetzt wird“, sagt Anja Schurtzmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bezirk Süd.

Gleichzeitig wollen die Grünen an diesem Punkt umsteuern und setzen auf Alternativen zum Auto.  Dabei befinden sie sich übrigens in guter Gesellschaft mit den Stadtplanern um Sir Nicholas Grimshaw, die nichts anderes gefordert hatten. „Wir arbeiten weiter an der Umsetzung eines guten Radwegenetzes in Mönchengladbach und Verbesserungen im ÖPNV, wozu auch der verstärkte Einsatz von E-Bussen zählt“, so Anja Schurtzmann. Straßenprojekte wie der brutale Ausbau der Steinmetzstraße hinter „Haus Westland“ - ein aktuelles Beispiel einer Verkehrspolitik aus den 50er/60er Jahren, umgesetzt noch durch die CDU – sei mit den Grünen jedenfalls nicht zu machen.  

Fraktionsübergreifende Entscheidung

Die Bezirksvertretung Süd verwies bei ihrer Entscheidung fraktionsübergreifend auf die Verabschiedung des Verkehrsentwicklungsplans sowie eines Lkw-Routenkonzepts, ohne die Projekte wie die Errichtung der vorgeschlagenen Achsen nicht zu realisieren sind. „Ich gehe davon aus, dass wir diese Haltung gemeinsam mit den anderen Fraktionen auch im Bau- und Planungsausschuss durchsetzen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Mönchengladbacher Grünen, Karl Sasserath.

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