Den Namen wieder zurückgegeben

Der Kölner Künstler Günter Demnig ist bekannt für seine Aktion, so genannte Stolpersteine in Gehwegen zu verlegen. Die Steine aus Messing werden dort als Erinnerung platziert, wo während des „Dritten Reichs“ Bürgerinnen und Bürger wohnten, die von Nationalsozialisten verschleppt wurden. Im Beisein von Drittklässlern einer evangelischen Religionsgruppe der Grundschule an der Lochnerallee und zahlreicher Offizieller verlegte der Künstler an der Humboldtstraße 27 drei weitere Steine.

 

Mönchengladbach. Henriette Stern war 61 Jahr alt, als sie zwei Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von Nazi-Schergen aus ihrer Wohnung an der Humboldtstraße 27 abgeholt wurde. Die Gladbacherin wurde nach Riga/Lettland deportiert und wurde später ermordet. Nicht anders erging es August Meyer, der 63-jährige wurde ebenfalls aus dem Haus Humboldtstraße 27 geholt und nach Riga deportiert. Er starb 1944 im Sonderlager Stutthof. Das Lager unterstand der Danziger Gestapo und wurde ein Jahr später in ein Konzentrationslager der Stufe I umfunktioniert, im Frühjahr 1944 wurde dort eine Gaskammer eingerichtet. Selma Robens, die ebenfalls im Haus Humboldstraße 27 wohnte, wurde 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert, ermordet wurde die damals 52-jährige im Vernichtungslager Treblinka nordöstlich von Warschau.

 

Auch an die Schicksale dieser drei Mönchengladbacher erinnert der Kölner Künstler Günter Demnig, der im Stadtgebiet inzwischen 192 Stolpersteine verlegt hat, 17 weitere sollen noch folgen. In Anwesenheit der Paten, einer vielköpfigen ev. Religionsgruppe der Grundschule Lochnerallee und des Oberbürgermeisters verlegte Demnig am Freitag, 4. September, diese drei und zwölf weitere Steine im Stadtgebiet. Paten der drei Stolpersteine an der Humboldstraße 27 sind das Ev. Jugendzentrum „Treibhaus“ der Ev. Friedenskirchengemeinde um Pfarrer Dirk Sasse, die Familie Müller aus Heilbronn/Baden-Württemberg sowie die Mönchengladbacher Grünen, die von den Vorstandsmitgliedern Claudia Kemmerzell, Anna Rogel und Hajo Siemes vertreten wurden.

 

Die Grünen empfehlen übrigens das Projekt von Günter Demnig zur Nachahmung. Der Künstler hat europaweit über 20.000 Stolpersteine in 480 Kommunen verlegt.

 

Wer eine Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen will, sollte sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzen. Einen Überblick der bisher verlegten Stolpersteine und die Personen, an die diese erinnern, findet sich auf der Internetseite www.moenchengladbach.de

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