Bibliothekssanierung: Hoher Zeitdruck drückt die Qualität

Georg Weber.
Ulla Brombeis.
Peter Brollik.

Mönchengladbach. Die nun von der „Groko“ geplante Sanierung der alten Stadtbibliothek an der Blücherstraße lässt für die Zukunft wenig Gutes erwarten. „Angesichts der Zwänge, die sich durch das begrenzte Baugrundstück, den Denkmalschutz, die knappe Zeitschiene und die endlichen Fördermittel ergeben,  erwarten wir erhebliche Probleme, was die Erweiterungsflächen der Bibliothek und damit die grundlegenden funktionalen Verbesserungen betrifft“, sagt Georg Weber, planungspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Aus grüner Sicht war die Sanierung der Stadtbibliothek immer nur „die zweitbeste Lösung“. Die Räumlichkeiten, wie man sie an der Blücherstraße vorfindet, entsprechen bekanntlich nicht mehr den Bedürfnissen einer Stadtbibliothek des 21. Jahrhunderts. „Wir hatten deshalb in der Zeit der politischen Ampel prüfen wollen, ob ein Neubau nicht mehr leistet als eine Sanierung des Gebäudes an der Blücherstraße inklusive der Erweiterung mit einem Anbau“, erinnert die Finanzausschussvorsitzende Ulla Brombeis. Jetzt, so die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende weiter, deute sich an, dass die Kernsanierung mit den sehr komplizierten Erweiterungen wesentlich teurer zu werden drohe als ein Neubau. Zudem hätte ein Bibliotheksneubau im erweiterten Umfeld des Alten Marktes mit seinen Besucherströmen für eine dringend benötigte Belebung der Altstadt gesorgt, so Ulla Brombeis.

Die nun erarbeitete inhaltliche Konzeption für den Sanierungsbau sieht der kulturpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Peter Brollik, sehr positiv. „Es ist aber zu befürchten, dass die Erweiterungen, so wie vom Kulturausschuss gefordert, nicht umsetzbar sind“, sagt Brollik. „Meine Sorge: eine Bibliothek des 21. Jahrhunderts, mit äußerst zeitgemäßen Aktivitäten und Angeboten, strukturell behindert durch die Zwangsjacke eines 1960er Raumkonzeptes.“    
Sein Fraktionskollege Georg Weber beklagt, dass die in Rede stehenden Erweiterungen - unterirdisch, rechts neben dem Haupteingang oder alternativ eine oberirdische Aufstockung - nicht im Vorfeld vom LVR-Amt für Denkmalpflege beurteilt werden können. Nach allgemeiner Praxis des Amtes könne erst im Bauantragsverfahren verbindlich geklärt werden, was möglich sei und was nicht. „Das heißt im schlimmsten Fall, dass bis zuletzt keine Klarheit herrscht, ob die Erweiterungsflächen überhaupt möglich sind“, stellt Weber fest. Auch könnte der Fördergeldgeber nicht jede Erweiterung mittragen, wenn diese zu teuer würde, wie bei mancher Aufstockung zu erwarten ist.

Darüber hinaus besteht ein hoher Zeitdruck. Grund: Die Aufträge an die Planer müssen wegen der Fördergelder aus dem Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) für das ca. 240 Hektar große Untersuchungsgebiet Alt-Mönchengladbach, die einen bestimmten Zeitrahmen mit sich bringen, noch in diesem Jahr erteilt werden. „Es ist klar, dass wir nicht auf die Fördergelder aus dem IHEK verzichten können“, sagt Georg Weber. Aber dies bedeute eben auch, es habe sich lange Zeit niemand dafür verantwortlich gefühlt, wie die benötigten Erweiterungsflächen möglich gemacht werden könnten.
Letzten Endes, so Weber, überließen die Verantwortlichen in Mönchengladbach den Architekten die Lösung der Probleme und setzten einfach darauf, dass man gute Ideen geliefert bekomme. „Fachlich ist die Erweiterung eine extrem schwierige Aufgabe, ein Neubau wäre viel leichter umzusetzen gewesen“, meint Weber. Und billiger wäre er wohl auch gewesen.

Wie es hieß, soll mit den Bauarbeiten an der Blücherstraße im Jahr 2020 begonnen werden.

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