Stadt verwendet Herbizide nur noch sehr eingeschränkt

Karl Sasserath.

Mönchengladbach. Mit einer Anfrage zum Einsatz von Herbiziden und Pestiziden hatte sich Karl Sasserath, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach, jetzt an OB Hans-Wilhelm Reiners gewandt. Sasserath wollte wissen, wie es mit der Glyphosat-Verwendung im Mönchengladbacher Stadtgebiet aussieht und wollte geklärt haben, wieviel Unkrautbekämpfungs¬mittel, die Glyphosat enthalten, seit 2013 im Auftrag der Stadt auf Grünflächen, Sport- und Spielflächen, Verkehrsbereichsflächen oder auf anderen kommunalen Flächen in öffentlicher Nutzung insgesamt ausgebracht wurden.

Die Antwort des OBs kam prompt. Danach erfolgt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seitens der Stadt nur in begründeten Ausnahmefällen „nach kritischer Prüfung des Einzelfalls und bei entsprechendem Bedarf.“ Im Fachbereich Schule und Sport würden mit Ausnahmegenehmigung der Landwirtschaftskammer Rheinland als zuständiger Genehmigungsbehörde nur Pelargonsäure und Maleinsäurehydrazid (ein Wachstumsregulator, der vornehmlich in der  Nahrungsmittelproduktion verwendet wird) eingesetzt. Allerdings wurden seit 2013 auf Sportanlagen (BSA Beller Mühle, BSA Wickrath und Sportanlage Asternweg) insgesamt 13 Liter des glyphosathaltigen Mittels „Round up ultra“ verwendet.

Im Fachbereich Tiefbau wird nach Darstellung der Verwaltung – mit wenigen Ausnahmen - auf den Einsatz der Unkrautbekämpfungsmittel im öffentlichen Raum verzichtet. Bis 2012 verwendete der Fachbereich zur Bekämpfung der Herkulesstaude ein glyphosatfreies Herbizid, seit 2013 erfolgt die Bekämpfung ausschließlich durch Ausstechen oder Mahd. Nur Rosen und einzelne Buchsbäume waren bis 2014 mit Insektiziden und Fungiziden behandelt worden. Bis 2013 hatte der Fachbereich Tiefbau und Stadtgrün das Unkrautbekämpfungs¬mittel „Round up“ eingesetzt – ausschließlich in der ehemaligen Stadtgärtnerei zur Bekämpfung von krautigem Bewuchs. „Ein Einsatz im Freiland“, schreibt OB Reiners, „ist nicht erfolgt.“ Die vorhandenen Restmengen von 6,5 Litern „Round up“ sollen in den kommenden Wochen ordnungsgemäß entsorgt werden.

Zum Einsatz gelangten in den Jahre 2013 - 2015 die Mittel „Ortiva“ (ein Azoxystrobinhaltiges Fungizid, das als schädigend für Schwebfliegen und giftig für Fische, Fischnährtiere sowie Algen gilt) und „Perfekthion“. Letztes enthält den Wirkstoff Dimethoat, das als erbgutschädigend und neurotoxisch gilt. Das Mittel ist stark wasser¬gefährdend und giftig für Wasserorganismen. Die Schädlichkeit für die Umwelt, vor allem für Bienen und Vögel, ist hoch. Aus diesem Grund führen sowohl Greenpeace als auch das Pestizid-Aktions-Netzwerk PAN Dimethoat auf ihren jeweiligen sog. Schwarzen Listen der besonders gefährlichen Pestizidwirkstoffe. Im Zeitraum von 2013 – 2015 wurden nach Darstellung des OBs „nur geringe Mengen Spritzmittel erworben“: ein Liter Ortiva, ein Liter Perfekthion und zehn Liter Wespen-Ex.

Hintergrund:
Glyphosat ist das Unkrautbekämpfungsmittel, das weltweit am meisten eingesetzt wird. Allein in Deutschland wurden in den letzten Jahren über 5000 Tonnen Glyphosat-Wirkstoff abgesetzt. Das Mittel wird in der Landwirtschaft sowie auf Kommunalflächen und von Privatanwendern eingesetzt. Es ist bekannt, dass das Totalherbizid die pflanzliche Artenvielfalt auf den Feldern reduziert. Dadurch fehlen den Insekten (bes. Bienen) und Vögeln Nahrung und Lebensraum. Glyphosat wird auch für das weltweite Amphibiensterben mitverantwortlich gemacht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Glyphosat im Frühjahr als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft und damit der Gefahrenklasse zugeordnet, in der man auch Acrylamid, Nitrosamine und Blei findet.

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