Stadt sollte sich Klage gegen AKW Tihange schnell anschließen

Karl Sasserath.

Mönchengladbach. Die Pannenserie nimmt keine Ende: Nach einem erneuten Zwischenfall ist ein Reaktor des umstrittenen belgischen Atomkraftwerks Tihange am 23.02.16 wiederum abgeschaltet worden. Nach dem Bericht einer belgischen Nachrichtenagentur hat es an einer Pumpe Auffälligkeiten gegeben. Damit notwendige Kontrollen durchgeführt werden können, sei der Reaktor Tihange 1 deshalb vom Netz gegangen. In gut drei Wochen könne der Reaktor wieder hochgefahren werden.

Die Städteregion Aachen – ein Gemeindeverband, bestehend aus den Städten Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen sowie den Gemeinden Simmerath und Roetgen – hatte sich vor wenigen Wochen dazu entschlossen, rechtliche Schritte gegen den belgischen Betreiber des AKW Tihange und die Aufsichtsbehörden einzuleiten. Viele deutsche und niederländische Kommunen haben sich dieser grenzüberschreitenden Klage angeschlossen. Mit der Klage soll die Stilllegung der Reaktoren erreicht werden.

Der heute betroffene Block 1 des AKW Tihange wurde im Dezember 2015 wegen eines Feuers gestoppt. Wenig später ging er wieder in Betrieb. Die hiesigen Grünen hatten angesichts des Umstands, dass im Falle eines Atomunfalls in Tihange auch die „Vitusstadt“ betroffen wäre, einen Antrag in den aktuellen Ratszug eingebracht, damit die erforderlichen Schritte zum Beitritt der Stadt Mönchengladbach zur Klage der Städteregion Aachen auf Abschaltung des Kernkraftwerks Tihange eingeleitet werden.

„Bei Austritt einer radioaktiven Wolke sind aufgrund der vorherrschenden Windrichtung innerhalb von wenigen Stunden Millionen von Menschen gerade auch in Deutschland unmittelbarer Gefahr ausgesetzt“, stellt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Karl Sasserath fest. Mönchengladbach liegt rund 110 Kilometer (Luftlinie) entfernt vom AKW Tihange. Ein Weiterbetrieb des Pannen-Reaktors ist aus Sasseraths Sicht nicht mehr zu verantworten. „Wir sehen deshalb die Stadtführung in der Pflicht, sich gegen den Betrieb des AKW Tihange auszusprechen und sich umgehend der Klage der Städteregion anzuschließen“, so der Grünen-Politiker.

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