Offener Brief des KREISVERBAND DÜREN : Konzert im RWE-Braunkohlentagebau?

KREISVERBAND DÜREN

Mittwoch, 16. Januar 2008

 

Herrn

Herbert Grönemeyer

 

Offener Brief: Konzert im RWE-Braunkohlentagebau?

 

Sehr geehrter Herr Grönemeyer,

aktuellen Medienberichten zufolge planen Sie ein Konzert im Kreis Düren. Es ist toll, wenn Sie wirklich in die Region kommen und mit den Menschen ein unvergessliches Fest feiern werden. Wir hoffen, dass es tatsächlich dazu kommt. Wir sind dabei!

 

Was uns jedoch irritiert, sind Aussagen in den regionalen Zeitungen, wonach Ihr Konzert im RWE-Braunkohletagebau Inden oder Hambach stattfinden soll.

 

Diese Tagebaue sind leider keine Relikte einer vergangenen Industriekultur, die man unbefangen als spektakuläre Kulisse nutzen könnte, sie sind brutale Eingriffe in das Ökosystem unserer Erde, die noch Jahrzehnte weiterbetrieben werden. Viele, viele Menschen verlieren durch die Tagebaue für immer ihre Heimat, ganze Kulturlandschaften werden vernichtet.

 

Braunkohleverstromung ist die mit Abstand klimaschädlichste Form der Energieerzeugung. Die vier Braunkohlekraftwerke des RWE-Konzerns in unserer Region stoßen pro Jahr mehr als 90 Millionen Tonnen CO2 aus. Das ist über 10 % des gesamten CO2 Ausstoßes der Bundesrepublik Deutschland.

 

Mit Braunkohle beliefert werden diese Kraftwerke aus drei Großtagebauen: Inden, Hambach und Garzweiler. Sie, Herr Grönemeyer, engagieren sich in anerkennenswerter Weise gegen Armut und eine ungerechte Weltwirtschaftsordnung. Klimaschutz ist auch eine Frage globaler Gerechtigkeit. Vor allem die Energieverschwendung in Industriestaaten verursacht den globalen Klimawandel. Die Folgen des Klimawandels treffen aber vor allen die armen Länder des Südens, obwohl sie ihn nicht verursacht haben. So ist Abbau und Verstromung von Braunkohle im Rheinland letztlich auch eine Ursache für Armut in Ländern des Südens. RWE hat bisher nichts für den Klimaschutz getan – im Gegenteil: In den letzten Jahren sind die Emissionen der Braunkohlekraftwerke sogar noch gestiegen. Neue Kraftwerksblöcke wurden in Betrieb genommen, alte aber entgegen allen Zusagen nicht stillgelegt. Gleichzeitig sind die Konzerngewinne förmlich explodiert - auf Kosten von Menschen, Natur und Klima. Auch deshalb steht RWE in der Kritik. Das Konzert eines hoch renommierten Künstlers in einem laufenden Tagebau wird der Konzern ohne Zweifel zur Verbesserung des angeschlagenen Images missbrauchen. Wir würden uns sehr freuen zu hören, dass Herbert Grönemeyer im Kreis Düren auf tritt, aber nicht im Braunkohletagebau. Wir sind sicher, es gibt im Kreis Düren und in der Aachener Region andere Orte, die für ein solches Fest viel besser geeignet sind.

 

Mit freundlichen Grüßen

gez. Gudrun Zentis

Vorsitzende

Oliver Krischer

Vorsitzender

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