Müllverbrennung: Überkapazitäten abbauen, Mülltourismus vermeiden!

Bei der Beratung über eine Stellungnahme zum Entwurf des Abfallwirtschaftsplans NRW wurde der Vorschlag abgelehnt, mittelfristig die Überkapazitäten der Müllverbrennungsanlagen abzubauen. Gladbachs Grüne halten die Entscheidung für falsch. Ihre Befürchtung: Der Mülltourismus könnte weiter zunehmen.

 

Mönchengladbach. Es ist gut anderthalb Jahre her, dass Bilder aus Neapel auch hierzulande für großes Aufsehen sorgten: Rund um die italienische Großstadt waren die Straßen mit Müll überfüllt, die dortige Müllabfuhr hatte über Wochen nichts mehr abgeholt. In der Folge waren Züge mit über 130.000 Tonnen Hausmüll aus Neapel nach Deutschland gerollt. Für deutsche Entsorger eine zusätzliche lukrative Einnahmequelle – die Gesundheitsexperten jedoch schlugen Alarm: Trotz des relativ hohen Standards in deutschen Müllverbrennungsanlagen würden, so die Befürchtung, bei der Verbrennung des Mülls Krebs auslösende Stoffe entweichen, die zu Fehlbildungen bei ungeborenen Kindern führen könnten. Die Bilder der vermüllten Straßen Neapels sind längst vergessen, das Problem indes bleibt auch den Niederrheinern weiter erhalten.

 

Jüngst erst hatte der Umweltausschuss über eine Stellungnahme zum Entwurf des nordrhein-westfälischen Abfallwirtschaftsplanes beraten. Das wurde nötig, weil bis zum Jahr 2020 fünf Millionen Tonnen jährlicher Siedlungsabfälle aus NRW prognostiziert werden. Dem steht eine Kapazität von 6,3 Millionen Tonnen in den vorhandenen Hausmüllverbrennungsanlagen gegenüber. Aufgrund des demographischen Wandels und der Altersstruktur der Bevölkerung sowie Abwanderungsbewegungen in NRW werden weitere Überkapazitäten erwartet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, durch den Bau von Sortieranlagen die Menge des zu verbrennenden Mülls weiter zu reduzieren. Nur etwa ein Drittel des Mülls käme dann in den Verbrennungsanlagen an. Dadurch indes wird sich die Überkapazität weiter vergrößern. Die geringere Auslastung der Müllverbrennungsanlagen führt letztlich dazu, dass der Preis pro Tonne Müll weiter ansteigt – zum Nachteil der Gebührenzahler.

 

„Die Auslastung der Müllverbrennungsanlagen durch Müll aus dem Ausland, wie seinerzeit aus Italien, lehnen wir ab“, sagt Grünen-Ratsherr Dr. Michael Graefe. „Das entspricht nicht den Zielen des Abfallwirtschaftsplanes.“ Graefe, der Mitglied des Umweltausschusses ist, war umso verwunderter, als der Vorschlag abgelehnt wurde, mittelfristig die große Überkapazität der Müllverbrennungsanlagen abzubauen. „Mülltourismus belastet die Straßen und die Luft in NRW“, stellt Dr. Graefe fest. Eine Zusammenarbeit mit benachbarten Bundesländern oder der benachbarten niederländischen Provinz Limburg müsse daher dringend forciert werden.

 

„Nötig ist eine langfristige Zusammenarbeit aller Städte und Gemeinden“, unterstreicht der grüne Umweltexperte, „denn diejenigen Städte, die eine Müllverbrennungsanlage betreiben, brauchen den Müll aus den Nachbarstädten, um die hohen Kapitalkosten abzutragen.“ Städte wie Mönchengladbach, die keine Müllverbrennungsanlage besäßen, müssten mit langfristigen Verträgen sicher und preisgünstig entsorgen können.

 

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