Kein Baum, kein Strauch: Grüne kritisieren bauliche Verdichtung in der Innenstadt

Dr. Gerd Brenner.
Monika Halverscheid.

Die Verwaltung hat für den kommenden Ratszug zwei Beratungsvorlagen zu geplanten Baugebieten in der Innenstadt vorgelegt. Dazu erklärten der umweltpolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Gerd Brenner, und die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Nord, Monika Halverscheid:

„Keinen Platz mehr für Pflanzen und Bäume! Das ist das Motto des Bebauungsplans, den die Stadtverwaltung für ein größeres Areal in der Innenstadt von MG nördlich der Steinmetzstraße und entlang der Eickener Straße und der Margarethenstraße vorgelegt hat. Eine extrem verdichtete, lückenlose vier- bis sechsgeschossige Bebauung lässt großflächig keinen Platz mehr für einen Strauch oder gar einen Baum. Das innerstädtische Mikroklima, das schon jetzt schlechte Werte aufweist, wird dadurch weiter leiden.
In der Vorlage heißt es, es sei „eine sehr weitreichende Bebauung der Grundstücksflächen“ vorgesehen. Diese extreme bauliche Verdichtung soll u.a. damit erreicht werden, dass die sonst üblichen Abstandsflächen zu den gegenüberliegenden Gebäuden nicht eingehalten werden – ermöglicht durch eine Sonderermächtigung.

Die verbleibenden „hofseitigen“ Restfreiflächen sind so klein und verschattet, dass sie – so die Verwaltung – „für eine gärtnerische Gestaltung ungeeignet“ sind. Unter der Überschrift „Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen“ hat die Stadt diesmal rein gar nichts mehr zu bieten. Teilweise soll sogar ein „Heranbauen“ der Neubauten bis „an die rückwärtigen Grundstücksgrenzen“ zugelassen werden. Und damit die Investoren voll auf ihre Kosten kommen, sollen zudem die oberen vier Stockwerke über die Steinmetzstraße „auskrakend“ sein, also in die Straße hineinragen (Vorlagentext).

Das nimmt den Menschen, die dort einziehen sollen, buchstäblich die Luft zum Atmen; zumal der mit viel Bürgenengagement aufgebaute Margarethengarten komplett zubetoniert und mit vielstöckigen Häusern bestückt werden soll.  
Wie heißt es doch in dem zweiten, ebenfalls auf den Stadtbezirk Nord bezogenen Bebauungsplan (Schwogenstraße): „Stadtklimatisch handelt es sich um einen überwärmten, verdichteten Siedlungsbereich [...]. Durch den Klimawandel ist grundsätzlich eine weitere Überwärmung solcher dicht bebauter Innenstadtbereiche zu erwarten.“ Diese Einsicht stammt wohl vom Umweltamt der Stadt; im Moment müssen diese Einsichten allerdings hinter Investoreninteressen zurückstehen.

Angesichts der extremen, völlig einseitig auf Investoreninteressen ausgerichteten Planung ist es nicht verwunderlich, dass der Bebauungsplan für das innerstädtische Areal in einem besonderen, „beschleunigten Verfahren“ aufgestellt werden soll, mit dem eine Umweltprüfung erklärtermaßen umgangen wird. Die extreme Verdichtung der Bebauung „trägt den Anforderungen an eine wirtschaftliche Umsetzung Rechung“ (Vorlagentext), aber wohl nicht den Menschen, die einmal dort wohnen sollen. Nach einer neueren Untersuchung über Großstädte für die grüne Bundestagsfraktion heißt es, dass aufgrund des Klimawandels im Sommer „die Gefahr eines zunehmenden Hitzestresses“ bestehe, der die Lebenserwartung besonders der älteren Menschen spürbar verkürzen könne. Mit der geplanten vegetationsfreien Zone wird in der Innenstadt von MG das Problem weiter verschärft. Mehr Bäume und weniger Beton würden der Innenstadt guttun; aber damit kann ein Investor nicht so viel verdienen.“

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