Glyphosat gehört verboten!

Karl Sasserath.

Mönchengladbach. Seit mehr als vier Jahrzehnten werden nun schon in der Landwirtschaft, aber auch in vielen privaten Gärten Herbizide eingesetzt mit Glyphosat als Hauptwirkstoff („Roundup“ dürfte das bekannteste Mittel sein).  Für die konventionelle Landwirtschaft ist das Mittel längst unverzichtbar geworden, weil es den Landwirten eine einfache, flexible und kosteneffektive Art der Unkrautbeseitigung ermöglicht. Weiterer Vorteil für die Landwirte: Der pfluglose Anbau schützt die Böden vor Erosion und Austrocknung. Die Erträge lassen sich bei einigen Kulturen um bis zu 30 Prozent steigern. Pflügen, das hat ein Vergleich von verschiedenen Unkrautbekämpfungsmethoden in Großbritannien gezeigt, ist etwa doppelt so teuer und zeitaufwendig wie die chemische Unkrautentfernung mit Glyphosat. Kein Wunder also, dass Glyphosat eine Menge Befürworter hat.

Dennoch steigt die Zahl der Glyphosat-Kritiker stetig. Der Grund: Den ökonomischen Vorteilen für die konventionelle Landwirtschaft stehen zahlreiche Defizite gegenüber. Diese Mängel haben es allerdings in sich: Nach Darstellung der Albert-Schweitzer-Stiftung schädigt Glyphosat schon in geringen Mengen die menschlichen Embryonal- und Plazentazellen sowie die DNA von Menschen und Tieren. Das Herbizid „Roundup“ könne in menschlichen Zellen innerhalb von 24 Stunden zum vollständigen Zelltod führen. Nachweislich tödlich sei »Roundup« vor allem auch für Amphibien. Zudem bestünden bei Menschen und Tieren Zusammenhänge zwischen Glyphosat und Fehlbildungen/-geburten. Bei Menschen, so heißt es bei der Albert-Schweitzer-Stiftung weiter, könnte Glyphosat solchen Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs den Weg ebnen sowie zu Depressionen, Herzinfarkten und Unfruchtbarkeit führen. Darauf weise eine neuere Studie hin. Zunehmend beklagten auch hierzulande Landwirte Störungen wie Atemwegsbeschwerden und Hauterkrankungen nach dem Einsatz von Glyphosat. Bereits im Juni 2013 hatte eine Studie des BUND aufgezeigt, dass in Staaten mit intensiver Landwirtschaft (Deutschland, Polen, Großbritannien) 70 Prozent der Menschen Spuren von Glyphosat im Körper hatten. Glyphosat, so der Schluss, wird über Lebens- und Futtermittel aufgenommen. Eine Untersuchung der Zeitschrift Ökotest hatte dies bekräftigt:  14 der 20 getesteten Produkte (Mehl, Brötchen, Getreideflocken) enthielten Glyphosat.

Doch auch in der Natur hinterlässt der Glyphosat-Einsatz Schäden. Das Herbizid hat laut Albert-Schweitzer-Stiftung hohe negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben. Bestimmte krankheitserregende Pilze wie Fusarien (parasitäre Schimmelpilze, die ihren Wirt töten) würden gefördert, die Aufnahme von Mikronährstoffen und die Krankheitsabwehr von Pflanzen würden gestört, die für die Durchlüftung von Böden unverzichtbare Regenwürmer würden mit Glyphosat belastete Böden meiden. Dazu hat sich ein zunehmender Verlust der biologischen Vielfalt eingestellt: Auch das rapide Bienensterben in den vergangenen Jahren kann wohl auf den Einsatz von Glyphosat zurückgeführt werden.

„In der Abwägung aller Pros und Contras müssen wir beim Einsatz von Glyphosat feststellen, dass die Nachteile überwiegen“, stellt Grünen-Fraktionssprecher Karl Sasserath fest. Er spricht sich klar für eine umweltverträgliche Landwirtschaft ohne Glyphosat aus. „Wir müssen den ökologischen Landbau weiter fördern“, sagt Sasserath. „Lebensmittel und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse müssen auf möglichst naturschonende Weise produziert werden; wir müssen sehen, dass wir vielgliedrige Fruchtfolgen etablieren, regelmäßig Bodendecker wie Klee und Gras zur Unterdrückung der Unkräuter aussäen, bei Mais und Getreide auch als Untersaat“, so der Grünen-Politiker. Auch ihm ist klar, dass die mechanische Unkrautbekämpfung durch Bodenbearbeitung, etwa durch Umpflügen oder maschinelles Ausreißen der Unkräuter als einzig sofort praktizierbare Alternative zu Glyphosat unter dem Strich teurer ist.

„Die Sache ist aber, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher, denn die Belastungen von Natur und Umwelt, von Menschen und Tieren nehmen ja weiter stetig zu“, so Sasserath. „Wir müssen diesen schädlichen Kreislauf endlich unterbrechen.“

In den nächsten Rat haben die Grünen daher einen Antrag eingebracht, wonach der Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Mönchengladbach nicht mehr gestattet werden soll. Die Hansestadt Rostock hat jetzt bereits einen Beschluss gefasst, der die Nutzung des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat auf all ihren Flächen untersagt.

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