Ehemaliges Gelände des real-SB-Warenhauses Düsseldorfer Straße: Naturschutz kein Thema

Auffallend schnell reagierte die Stadtverwaltung im rückwärtigen Bereich der Bylandtstraße, wo mit Zustimmung des Grünflächenamtes auf dem Areal des real-SB-Warenhauses unrechtmäßig gesunde und geschützte Bäumen gefällt wurden. Innerhalb weniger Tage wurden elf neuen Bäume gepflanzt. Problematisch bleibt indes auch der Abriss der alten Fabrikgebäude auf diesem Gelände: Es drängt sich der Verdacht auf, dass dabei gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen und streng geschützte Fledermauspopulation vernichtet wurden.

 

Mönchengladbach. Wenn jemand mit Wohnprojekten Geld verdienen kann, wird in Mönchengladbach der Schutz von Natur und Umwelt nicht selten hinten an gestellt. Aktuelles Beispiel: das Gelände des ehemaligen real-SB-Warenhauses an der Düsseldorfer Straße. Hier hatte ein Mitarbeiter des Grünflächenamtes letzte Woche zur Vorbereitung der Baustelle für das geplante Mischgebiet von Wohnen und nicht störendem Gewerbe unrechtmäßig die mündliche Genehmigung zum Fällen der Bäume erteilt. Zehn Bäume – acht davon besonders schützenswerte fielen, bevor die Rodungsarbeiten gestoppt wurden. Zügig ließ die Verwaltung nach Anwohnerprotesten, um Gemüter zu beruhigen, dann auch auf Steuerzahlers Kosten elf neue Bäume pflanzen.

 

Doch Ruhe will sich in diesem Falle nicht so recht einstellen: Die Neupflanzungen sind ein dürftiger Ersatz. Nicht nur die alten Bäume fehlen, sondern mehr: Wie sich jetzt herausstellte, bleibt der Verdacht, dass auch beim Abriss der alten Fabrikhallen gegen geltende Naturschutzrichtlinien, die so genannten FFH-Richtlinien, verstoßen wurde. „In den abgerissenen Fabrikgebäuden befanden sich gutachterlich belegt schützenswerte Fledermausarten“, sagt Grünen-FraktionschefKarl Sasserath. Ein weiteres Versäumnis der Verwaltung? Hintergrund: Um die biologische Vielfalt von Arten und Lebensräumen zu schützen, hat die Europäische Union ein umfassendes rechtliches Instrumentarium erlassen. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie stellt als Basis für den Schutz der Arten den Schutz der Lebensräume nach europäischem Maßstab in den Mittelpunkt des Interesses.

 

Auf der Grundlage dieser Bestimmungen wurde auch für das Gebiet des ehemaligen real-SB-Warenhauses an der Düsseldorfer Straße ein aktuelles Gutachten erstellt, das die Mönchengladbacher Bündnisgrünen hatte stutzig werden lassen.Karl Sasserath fragt jetzt, was die Verwaltung getan hat, um diese schützenswerten Arten beim Abriss der alten Gemäuer zu schützen. Und den Grünen stellen sich bei diesem Thema weitere Fragen: Unter welchen Auflagen wurde dem Eigentümer eine Abrissgenehmigung durch die Bauordnung der Stadt erteilt? Hat das Umweltamt die Einhaltung des Artenschutzes beim Abriss überwacht? Wo sind die schützenswerten Fledermausarten nach dem Abriss verblieben?

 

Geklärt werden muss aus Sicht der Grünen auch, welche Maßnahmen die Stadt ergriffen hat, um die Fledermauspopulationen zu schützen, die möglicherweise durch den Abriss stark dezimiert, vielleicht sogar ausgerottet wurde. Höchst fragwürdig ist einmal mehr die Rolle des Mönchengladbacher Umweltdezernenten Bernd Kuckels (FDP), der die rechtlichen Belange in Sachen Naturschutz auf dem Gelände zu verantworten hat.Karl Sasserath: „Sollten sich Hinweise verdichten, dass hier von Seiten der Stadt der Artenschutz nicht beachtet wurde, werden wir Strafanzeige stellen.“

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