Baumfällungen an der Landwehr: mags in der Kritik

Dr. Boris Wolkowski.
Hajo Siemes.

Mönchengladbach. In den letzten Tagen fielen wieder etliche Bäume an der Dahler Landwehr – ein Vorgang, der engagierten Anwohnern keinesfalls entging. Sie machten Politik und Öffentlichkeit umgehend aufmerksam auf die umfangreichen Fällungen, die es übrigens nicht nur an der Dahler Landwehr, sondern auch an anderen Stellen im Stadtgebiet gibt. „Die zahlreichen Fragen und Bedenken der Bürger*innen zu neuerlichen Fällaktionen teilen wir“, sagt Dr. Boris Wolkowski, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Mönchengladbacher Bündnisgrünen. In der Sache sei es zunächst so, dass die Fällaktion der mags an der Dahler Landwehr aus fachlicher Sicht nicht von vorn herein in Frage gestellt werden dürfe. Hintergrund: Im Mai dieses Jahres hatte das zuständige Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in NRW auf Anfrage der grünen Ratsfraktion die Baumfällungen für grundsätzlich notwendig erachtet. Dies geht aus einer mehrseitigen schriftlichen Stellungnahme aus Düsseldorf hervor.  

Kritik müsse jedoch am Verhalten der mags gegenüber der alarmierten Öffentlichkeit und an der Praxis der mags in Sachen Grünpflege geübt werden, meint Boris Wolkowski. Die jetzigen Fällungen in ihrem ganzen Umfang sind nach Einschätzung der Grünen das Ergebnis einer jahrelangen Unterlassung von qualifizierter Pflege und Vorsorge an den städtischen Grünflächen. „Wir sehen, dass sich - wohl aufgrund von Kosteneinsparungen, Inkompetenz und mangelndem Personaleinsatz - über viele Jahre hinweg ein Pflegedefizit aufgebaut hat, dem jetzt nun nur noch mit radikalen Maßnahmen beizukommen ist“, stellt Wolkowski fest. „Es sind beispielsweise gerade die Neu- bzw. Ersatzpflanzungen, die in der Dahler Landwehr vorgenommen wurden, offenbar zum überwiegenden Teil vertrocknet. Nachhaltige Pflege stellen wir uns jedenfalls anders vor“, ergänzt der grüne Umweltexperte Hajo Siemes. Er erwartet von der mags, die versprochenen Nachpflanzungen zeitnah vorzunehmen und gleichzeitig deren Bewässerung sicherzustellen.

Im Bereich der Grünpflege, so die Grünen-Politiker, müsse dringend ein Umdenken und Umsteuern in Politik und Verwaltung einsetzen. Eine vorsorgende und qualifizierte Grünpflege sei zugleich auch die wirtschaftlichste Art und Weise, wertvolle Grünflächen zu erhalten. „Die dafür notwendigen Finanzmittel müssen unbedingt aufgestockt werden“, fordert Boris Wolkowski.

Darüber hinaus regen die Grünen in Mönchengladbach an, unter anderem auch mit dem zuständigen Rechtsamt Gespräche darüber zu führen, in wieweit durch Sperrungen von Waldwegen für die Spaziergänger auch für die Umwelt notwendige kranke und beschädigte Bäume zumindest zeitweise länger erhalten bleiben können. Wolkowski: „Auch tote und erkrankte Bäume stellen einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt im Wald dar. Die derzeitige enge Auslegung der Verkehrssicherungspflicht eines jeden Eigentümers lässt dazu im Moment allerdings nur sehr wenig Spielraum.“

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