Antworten der NVV AG zur Biogasanlage Wanlo

Uli Laubach.

Hier die Antworten der NVV AG auf den umfangreichen Fragenkatalog von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Biogasanlage Wanlo. Der Fragenkatalog ist unter Federführung von Grünen-Vorstandssprecher Uli Laubach entwickelt worden. (Die Antworten und Stellungnahmen der NVV AG sind in kursiver Schrift gesetzt)

 

 

Generell ist zur Entwicklung der Biogasanlage Mönchengladbach Süd (BGA) und zur Standortwahl festzuhalten:

 

Das Thema Bau und Betrieb von Biogasanlagen hat die NVV aufgegriffen, um u. a. über die Beteiligung direkt Einfluss nehmen zu können auf die Grundwasser schonende Erzeugung von Mais und Ausbringung von Gärresten in Trinkwasserschutzgebieten.

 

Die örtliche Landwirtschaft und die NVV betreiben seit 2007 die gemeinsame Konzeptentwicklung für eine Biogasanlage mit Erdgaseinspeisung im Mönchengladbacher Süden. Die Gesellschafter und das Betriebskonzept sind in Anlage 1 dargestellt.

Die Grundstückssuche begann bereits im November 2007. Das von uns beauftragte Ingenieurbüro Berg erkundigte sich u. a. bei der Stadt Mönchengladbach nach potentiellen Baugebieten. Hier wurden wir u. a. auf die Randzonen des Gewerbegebietes Güdderath verwiesen. Es wurden mehrere Alternativen im Gewerbegebiet untersucht, insbesondere das Grundstück 1 (s. Anlage 2). Nachdem feststand, dass dieses Grundstück nicht genutzt werden konnte, wurden drei weitere Grundstücke in der Umgebung untersucht.

Letztendlich blieb für die Biogasanlage im Süden von Mönchengladbach der Standort 4 neben der Kompostieranlage übrig. Wichtige Entscheidungsgründe waren neben der Lage mit großen Abständen zu Wohnbebauungen, zwei trennenden Autobahntrassen, eine mögliche Zusammenarbeit mit der benachbarten Kompostierungsanlage und die Anbindung zur Autobahn, so dass ein Großteil der Fahrten über diese erfolgen kann. Die Entfernung zum Ortsteil Wanlo beträgt ca. ein Kilometer und zum Ortsteil Hochneukirch ca. 500 m.

 

Themenkomplex Standort(wahl)

 

1. Welches Grundstück (Gemarkung) im Gewerbegebiet Güdderath wurde  genau
untersucht?
 

2. Stehen dort weitere Grundstücke in ausreichender Größe zur Verfügung ?

3. Wenn ja, warum wurden diese nicht näher untersucht?

Genau untersucht wurde das Eckgrundstück östlich der A61 (Grundstück 1 Anlage 2).

Für die Biogasanlage geeignete Grundstücke im Gewerbegebiet, die eine ausreichende Größe besitzen, sind uns nicht bekannt.

Wie auch eingangs dargestellt, wurden mehrere Grundstücke im Gewerbegebiet und in der Umgebung untersucht, die aber im Vergleich zu Grundstück 4 deutlich ungünstiger waren in Hinblick auf Grunderwerb, Erreichbarkeit von der Autobahn, Einpassung in die Landschaft sowie Nachbarschaft zur Kompostieranlage.

 

4. Welche Gründe führt die Gemeinde Jüchen gegen die BGA dort an?

 

5. Können Sie uns eine Kopie des Ablehnungsschreiben der Gemeinde Jüchen zur Verfügung stellen?

Die Gemeinde Jüchen führte in einer Informationsveranstaltung hohe Vorbelastungen als Gründe an.

Es gibt kein Ablehnungsschreiben der Gemeinde Jüchen.

 

6. Wo genau liegt diese Standortvariante 2?

 

7. Können Sie uns eine Kopie des Ablehnungsschreibens der Bezirksregierung
 Düsseldorf zur Verfügung stellen?

Der Alternativstandort 2 liegt im regionalen Grünzug unmittelbar westlich der A61 (siehe Anlage 2). In einem Termin am 11.02.2009 woran neben Vertretern der NVV auch der Kreislandwirt Herr Wappenschmidt und seitens der Bezirksregierung u. a. der Abteilungsdirektor Lueb teilnahmen, wurde eine Ablehnung mündlich ausgesprochen. Ein Ablehnungsschreiben liegt nicht vor.


Anmerkung von: BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
NVV schreibt: Die Region südlich von Mönchengladbach ist besonders geeignet.“

 

8. Trifft diese Analyse (Acker) nicht auf alle ländlichen Bereiche rund um
 Mönchengladbach zu?

Das Mönchengladbacher Stadtgebiet ist geprägt von einer geringen Viehhaltungsdichte mit unter 20 kg/ha Phosphatanfall aus tierischer Veredlung. Dies trifft auch für die benachbarten Kreise Neuss und den Rhein-Erftkreis zu. Der Kreis Heinsberg hat einen Phosphatanfall aus tier. Veredlung von 20 – 30 kg/ha wobei die Tierhaltung eher im Norden erfolgt und der südliche Bereich stärker vom Ackerbau geprägt ist. Der Kreis Viersen hat mit 40 – 50 kg/ha Phosphatanfall aus tierischer Veredlung eine stark ausgeprägte Viehhaltung. Hinsichtlich der bereits installierten Biogasanlagen befindet sich der Kreis Viersen in einer Kategorie von 9 – 12 KWel./100 ha, die umliegenden Kreise in einer Kategorie von 3 – 6 KWel./100ha. Insgesamt besteht ein ausgesprochenes Nord-Süd Gefälle hinsichtlich der Maisanbaudichte (die ja als Futtergrundlage mit der Viehhaltung einhergeht) und der Konkurrenzsituation zum Energiemais für Biogasanlagen. Gleichzeitig werden nach Norden hin die Flächen die zur Gülle- bzw. Gärrestausbringung zur Verfüngung stehen knapper. Würde man den Standort der Biogasanlage sowie den Radius der Mais liefernden Betriebe nach Norden verlagern, wäre dies auch aus Sicht des Grundwasserschutzes ungünstiger (höherer Maisanteil in der Fruchtfolge, Flächenverknappung zur Ausbringung von organischem Dünger).

 

 

9. Am geplanten Standort in Wanlo soll es keinen einzigen Gülleproduzenten geben -
warum ist dieser dann Ihrer Meinung nach besonders bzgl. Gülle geeignet?

 Es wurden bereits Vorgespräche mit mehreren landwirtschaftlichen Betrieben geführt, die alle im Radius unter 5 km Luftlinie und mit guter Verkehrsanbindung liegen. Die Anlieferung soll auf mehrere kleine bzw. mittlere landwirtschaftliche Betriebe verteilt werden.
Ein Vertragsabschluss mit Gülle liefernden Betrieben ist bisher nicht erfolgt, da die Gülle frühestens zum Jahresende 2011 benötigt wird. Mit einer Jahresmenge von lediglich 3000 m3 Gülle wäre theoretisch bereits ein Milchviehbetrieb der Größenordnung 100 – 120 Milchkühe in der Lage, diese Menge zu liefern.



10.  Wurde von Ihnen eine Standortprüfung für die Bereiche durchgeführt, die
 weitaus zentraler liegen als Wanlo , zum Beispiel Schelsen / Rheindahlen/Menrath ? 

Die aufgeführten Standorte liegen keineswegs zentraler bezogen auf die potentielle Maisanbaufläche (Anlage 3). Bei einem Standort in Schelsen würde der Radius der Zulieferbetriebe stark nach Osten verschoben in das Stadtgebiet von Mönchengladbach, Rheydt, Giesenkirchen etc. Da aus diesen Bereichen keine Maisanlieferung kommen kann, würde eine Konzentration in den verbleibenden Bereichen erfolgen. Bei einem Standort in Rheindahlen würde der Mais-Lieferbereich auf den Norden verlagert, der strukturell problematischer ist (siehe Frage Nr. 8). Das gewählte Konzept der Biogas Mönchengladbach-Süd berücksichtigt insbesondere eine Entzerrung des Maisanbaus, optimale Einsatzbedingungen für Gärreste, langfristige Partnerschaft (20 Jahre) sowie eine möglichst breite Teilnahme der örtlichen Landwirtschaft.

 

 

 

Themenkomplex Standort der Rohstofflieferanten (Mais, Gülle)

 

11. Aus welchen Orten kommen die 50-80 Landwirte, die den Mais für die BGA anliefern? Wie viele aus welchem Ort mit jeweils wie viel Hektar Maisanbaufläche?

 

Von insgesamt 80 landwirtschaftlichen Gesellschaftern wurden 407 ha jährliche Maisanbaufläche für die kommenden 20 Jahre bestätigt. Die Standorte und Flächenanteile dieser landwirtschaftlichen Betriebe verteilen sich auf folgende Ortslagen:

 

·         Mönchengladbach-Nord, Hardt        18,0 ha

·         Rheindahlen                                      80,0 ha

·         Wickrath                                            41,5 ha

·         Odenkirchen                                        7,0 ha

·         Rheydt                                                 1,0 ha

·         Korschenbroich                                 50,0 ha

·         Jüchen                                               55,0 ha

·         Grevenbroich                                       6,0 ha

·         Kaarst                                                28,0 ha

·         Erkelenz                                            46,5 ha

·         Hückelhoven                                      1,0 ha

·         Wegberg                                            30,0 ha

·         Bedburg                                             26,0 ha

·         Titz                                                     15,5 ha

·         Heinsberg                                            1,0 ha

 

Die Flächenanteile wurden bei dieser Auflistung dem Wohnort des Landwirtes zugeordnet. In Abhängigkeit von den Bewirtschaftungsverhältnissen und der jährlichen Kulturverteilung sind Abweichungen möglich.

 

 

12. Aus welchen Orten kommen die Landwirte, die Gülle für die BGA anliefern? Wie viele aus welchem Ort mit jeweils wie viel Tonnen

 

Siehe Antwort Frage 9

 

 

 

 

 

Themenkomplex Verkehrsgutachten

 

13. Was verstehen Sie unter dem Begriff „in der Regel“.

14. Sind/Werden  die Landwirte vertraglich verpflichtet, ab ca 7,5 Km Sattelzüge einzusetzen?
15. Inwiefern Sind diese Fahrt-Routen für die Landwirte verbindlich.

16. In wiefern können die Landwirte vertraglich verpflichtet werden, diese einzuhalten.



Der Maisanbau erfolgt im Rahmen einer mehrjährigen Fruchtfolge. Daher ist von jährlich wechselnden Flächen auszugehen. Ein Transport per LKW ist bei entsprechender Entfernung grundsätzlich preiswerter als mit dem Schlepper, die Benutzung der Autobahn grundsätzlich effizienter als die Benutzung der Landstraße. Auch die in den kommenden Jahren stärker zum Einsatz kommenden Überladeeinrichtungen am Feldrand werden zu stärkerem LKW Einsatz führen. Jedoch kann die Pflicht zur Autobahnbenutzung auch unsinnig sein, wenn es logistisch sinnvoller ist, entsprechend geeignete Landstraßen und Wirtschaftswege zu benutzen, z.B. bei Flächen mit großer Enternung zu einem Autobahnanschluss. Bei schwierigen Erntebedingungen in nassen Jahren oder bei nicht mit dem LKW anzufahrenden Flächen hat auch der Schleppereinsatz seine Vorzüge.

Eine abschließend verbindliche Festlegung der Fahrtrouten und des Sattelzugeinsatzes ist nicht praktikabel, u. a. weil die Landwirte den Mais auf wechselnden Schlägen anbauen werden, um eine sinnvolle Fruchtfolge in Ihrem Betrieb einhalten zu können.

Im Rahmen der Erstellung der Unterlagen für den Offenlagebeschluss wurde vereinbart, dass die Fahrtrouten der Maistransporte jeweils vor der Ernte mit der Stadt Mönchengladbach im Rahmen eines Monitoring besprochen werden.

Weitere Erläuterungen zum Verkehr: siehe Frage 29

 

 

17. Wie breit muss ein solcher asphaltierter Feldwege (Landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg) mindestens sein, damit die Schlepper dort gefahrlos verkehren können.
18. Wie breit sind diese Wege mindestens in Wanlo?

19. Wie lange hält bei dieser Belastung der Weg ?
20. Wer soll  für die Instandsetzung/Reparatur aufkommen?

 

Die Fragen bedürfen einer grundsätzlichen Klarstellung: Wie sich schon aus dem Namen „Landwirtschaftliche Wirtschaftswege“ ableiten lässt, dienen diese zum Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Dies können Gras, Rüben, Weizen, Gerste, Mais zur Viehfütterung, Mais zur Energieerzeugung etc. sein. Heute ist es üblich, dass Landwirte Ihre Feldfrüchte von Lohnunternehmern oder Maschinenringen abtransportieren lassen. Exakt die gleichen Unternehmen mit exakt den gleichen Transportfahrzeugen (möglicherweise auch der von Ihnen angeführte John Deere mit einem Hänger Type Silo Bull 7000) werden auch den Mais zur Biogasanlage MG-Süd transportieren.

Hieraus folgt zwangsläufig: Wären die „Landwirtschaftlichen Wirtschaftswege“ nicht zum Transport des Energiemais für die Biogasanlage MG-Süd geeignet, wären Sie auch für den Transport der anderen Feldfrüchte nicht geeignet. Umgekehrt: Da die anderen Feldfrüchte über die Wirtschaftswege transportiert werden können, kann auch der Energiemais der Biogasanlage MG-Süd über die landwirtschaftlichen Wirtschaftswege transportiert werden. Wäre dies nicht der Fall, müsste die Verwaltung in Abstimmung mit der Kommunalpolitik für landwirtschaftliche Transporte neue Regeln erarbeiten.

 

Zu Ihren Fragen folgende konkrete Antworten:

-          Die Wirtschaftswege sollten möglichst 3,00 m breit sein.

-          Im Bebbauungsplanverfahren wurde vereinbart, dass im weiteren Planungsverlauf überprüft werden soll, ob Ausweichbuchten zum Transport des Energiemais für die Biogasanlage MG-Süd angelegt werden müssen. Hierüber wird zwischen der Stadt Mönchengladbach und der NVV AG eine Einigung im städtebaulichen Vertrag getroffen.

-          Wie lange die landwirtschaftlichen Wirtschaftswege der Belastung durch den  Transport jeglicher landwirtschaftlichen Produkte stand hält, hängt von vielen Faktoren (Bauklasse, Alter der Wege etc.) ab.

-          Die Instandsetzung/Reparatur von landwirtschaftlichen Wirtschaftswegen erfolgt wie bei Gemeindestraßen

 

 

 

Themenkomplex Geologie des Standortes Wanlo

 

21. Wie werden Sie sicherstellen, das durch die vorhandenen (tektonischen) Störungen auf dem Baugrundstück keine Gefahren für die BGA und die Anwohner ausgehen?


Die Niederrheinische Bucht ist geprägt von zahlreichen geologischen Störungen und von Verwerfungen, die unterschiedliche Bedeutung haben. Im Bereich der geplanten Biogasanlage befindet sich eine geologische Störung (siehe Anlage 4). Der Störungsbereich hat im Vergleich z. B. zum Rheindahlener oder Viersener Sprung eine geringe Bedeutung. Flöz Morken ist um ca. 10 m vertikal versetzt. Beim Rheindahlener Sprung ist Flöz Morken maximal um 165 m versetzt. Die Störung am geplanten Biogasstandort ist weder im zweiten noch im dritten Grundwasserstockwerk hydraulisch wirksam, d. h. sie ist auch hydrogeologisch von untergeordneter Bedeutung.

Von der Störungszone ist die Kompostieranlage (seit 2001 in Betrieb) neben der geplanten Biogasanlage ebenfalls betroffen. Hier sind keine Setzungen oder Verschiebungen des Untergrundes aufgetreten.

Generell werden in dem Planungsgebiet bei Hochbaumaßnahmen ein Erdbebenrisiko und Bodenbewegungen infolge von Änderungen der Grundwasserstände berücksichtigt.



 

Themenkomplex Wirtschaftlichkeit  der geplanten BGA

 

22. Welche (teilweise) ungünstigen Bedingungen haben Sie Ihrer Analyse zu Grunde gelegt?

 

Für den Standort 4 ist der Anschuss an das Erdgasnetz länger als bei den Standortvarianten 1-3. Die hieraus resultierenden Mehrkosten wurden in der Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt.


23. Sehen Sie sonstige Bedingungen unter denen der Betrieb der BGA nicht mehr wirtschaftlich wäre?

 

Die Investitionskostenschätzung und die Wirtschaftlichkeitsberechnung wurden in den letzten Wochen einer eingehenden Prüfung unterzogen und bestätigt. Die Herstellungskosten für die schlüsselfertige Biogasanlage liegen bei ca. 10,5 Mio. EUR (siehe Anlage 5). Bei deutlicher Steigerung im Bereich der Investitionen bzw. bei stark zunehmenden Betriebskosten oder durch sonstige Kosten treibende Auflagen besteht die Gefahr, dass der Betrieb der BGA nicht mehr wirtschaftlich wird.

Anmerkung von: BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN:

            In einer Pressemitteilung vom 26.04.2010 ist zu lesen:

„Konsortium gelingt Durchbruch bei der Energieumwandlung.

Deutsch-österreichische Kooperation verwandelt Strom erfolgreich in Erdgassubstitut. So könnte künftig Überschussstrom etwa aus Windkraft und Photovoltaik gespeichert und in der vorhandenen Erdgasinfrastruktur genutzt werden… Ab 2012 soll eine Anlage mit rund zehn Megawatt (MW) Leistung entstehen.“

               
Antwort dazu:

Das Verfahren befindet sich in der Erforschung. Zur Effizienz und insbesondere zur Wirtschaftlichkeit liegen noch keine abschließenden Erkenntnisse vor. Es ist zu hoffen, dass dieses Verfahren ein weiterer Baustein zum Ausbau der regenerativen Energien wird. Es könnte ein wichtiger Baustein zur dringend erforderlichen Verstetigung der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik werden. Keinesfalls kann es die Zukunftsfragen der Energieversorgung alleine lösen.

24. Vor dem Hintergrund dieser technologischen Perspektive ist es da volkswirtschaftlich noch sinnvoll Biogas aus Mais aufwendig und hoch subventioniert noch herzustellen?

Die Zusammenhänge zwischen dem weltweit stetig steigenden Energiebedarf bei gleichzeitig zur Neige gehenden fossilen Energieträgern ist bekannt. Es ist unbestritten, dass der Energiebedarf zukünftig wesentlich über Erneuerbare Energien gedeckt werden muss. Dies wird nur mit einem Energiemix verschiedener regenerativer Energien möglich sein. Biogas als regenerativer Energieträger spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Bezüglich des Hinweises „hoch subventioniert“ ist auf Folgendes hinzuweisen: Jahrzehnte lang haben die Landwirte in Deutschland für ca. 10 % (ca. 1.000.000 ha) Ihrer Ackerflächen vom Steuerzahler eine so genannte Stilllegungsprämie in der Größenordnung von 350 Millionen €/a erhalten. Zur „Stilllegung“ der Ackerflächen sah man sich genötigt, weil die Ackerflächen zur Futter- und Nahrungsbereitstellung nachweislich nicht benötigt wurden. Zukünftig werden durch die prognostizierte Bevölkerungsabnahme (bis 2060 15 bis 20 %, siehe Statistisches Bundesamt) noch mehr Flächen zum Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung stehen. Politische Bemühungen insbesondere der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen haben erreicht, dass Landwirten durch den Anbau von Energiepflanzen eine Einkommensalternative geschaffen und der Steuerzahler von der Stilllegungsprämie entlastet wurde.

Gutachten belegen, dass die Produktion von regenerativer Energie sich stabilisierend auf die Preise der fossilen Energieträger auswirkt.

 

 

 

Themenkomplex Gentechnikfreiheit der nachwachsenden Rohstoffe für BGA

 

25. Wollen Sie in den Verträgen mit den Landwirten genmanipuliertes Saatgut als nachwachsender Rohstoff (NAWARO) für die geplante Biogasanlage generell ausschließen?

Die NVV ist bereit, auf den Anbau von Mais aus gentechnisch verändertem Saatgut zu verzichten. Um bei der langen Vertragsdauer (20 Jahre) neue Erkenntnisse und gesetzliche Regelungen berücksichtigen zu können, beabsichtigt die NVV folgende Formulierung mit den landwirtschaftlichen Vertragspartnern zu vereinbaren:

 

„Auf den Einsatz von Mais aus der Produktion von gentechnisch verändertem Saatgut wird verzichtet. Eine andere Regelung bedarf der Zustimmung der NVV (Vorstand und Aufsichtsrat). Wird die Zustimmung für eine rechtlich zugelassene Produktion verweigert, muss die NVV den davon betroffenen Landwirten einen evtl. wirtschaftlichen Nachteil ausgleichen.

 

Die Festlegung könnte zwischen der NVV und der gemeinsamen Betreibergesellschaft getroffen und gleichzeitig in die Lieferverträge aufgenommen werden.“

 

 

 

Themenkomplex zwei Produktionsstraßen



26. Welchen Anteil an der Anlage (Verbrauch und Produktion) haben die
      Komponenten Mais/Gülle und "Andere Stoffe"?

Die Substrate sind: 3.000 t/Jahr Rindergülle, 3.000 t/Jahr Landschaftspflegematerial, 27.000 t/Jahr Maissilage.

 

27. Wird die geplante Anlage die neben dem geplanten Standort befindliche
Kompostieranlage als Substratquelle nutzen und ist geplant, die
Kompostieranlage in diesem Zusammenhang zu verkleinern oder außer
Betrieb zu nehmen?

Die Kompostierungsanlage verarbeitet überwiegend nicht vergärbare Stoffe (Holz, Laub). Es gibt bereits konkrete Gespräche, die Stoffströme, welche besser und emissionsärmer in der Biogasanlage verarbeitet werden können, zur Biogasanlage umzuleiten. Nach jetzigem Kenntnisstand führt das aber zu keiner nennenswerten Verkleinerung der Anlagenkapazität der Kompostierungsanlage.

 

28. Ist grundsätzlich angestrebt, zur Beschickung mit Grünabfällen mit lokalen Entsorgungsunternehmen wie der GEM zusammenzuarbeiten?

Ja, aber nur Gräser aus der Landschaftspflege.

 

29. Wie setzen sich die projektierten Verkehre der Anlage zusammen (Maistransporte, Gülletransporte, Transporte sonstiger Stoffe, andere betriebsbedingte Verkehre)

Zu unterscheiden sind der Anlieferverkehr für die Substrate und der Verkehr, welcher durch das Bedienungspersonal/Wartungsfirmen verursacht wird.

 

Es ist davon auszugehen, dass das Bedienungspersonal und die Wartungsfirmen ca. 15 Anfahrten pro Woche verursachen. Berücksichtigt man die Anfahrt zur Biogasanlage und die Abfahrt von der Biogasanlage weg, entstehen zusätzlich ca. 4-5 Fahrbewegungen pro Tag  (30 pro Woche) auf der K 19 vor dem Biogasanlagengelände. Laut der Verkehrszählung aus dem März 2010 finden auf der K 19 derzeit ca. 2.200 Fahrten pro Tag statt.

 

Der Anlieferverkehr der NawaRo (Maissilage) erfolgt nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt, sondern nur in der Erntezeit im September. Der Mais wird teilweise mit landwirtschaftlichen Schleppern (15 t/Fuhre) angeliefert und teilweise mit LKW (25 t/Fuhre) befördert. Unter Ansatz einer mittleren Transportmenge von 20 t/Fuhre ergeben sich folgende Transportbewegungen.

 

Maissilage: ca. 1.350 Antransporte/Jahr

 

Im Rahmen der Erstellung der Verkehrsuntersuchung wurden konstruktive Vorschläge der Kommunalpolitik und von Bürgern zu sinnvollen Routen beim Antransport der Maissilage berücksichtigt. Dies hat zur Folge, dass die Ortsdurchfahrten von Wanlo und Hochneukirch nahezu vollkommen von den Maistransporten verschont bleiben.

Durch Wanlo muss nach den gemeldeten Maisanbauflächen der Mais von ca. 7 ha mit landwirtschaftlichen Schleppern transportiert werden. Damit fahren an 3,5 Stunden im Jahr (an einem Erntetag im September) im Mittel 6,5 mit Mais beladene landwirtschaftliche Schlepper pro Stunde in südlicher Richtung über die L277 Plattenstraße/Heckstraße in Richtung Biogasanlage und im Mittel 6,5 entleerte landwirtschaftliche Schlepper fahren in den gleichen Stunden wieder zurück zur Maisanbaufläche. Damit das Gärsubstrat auf diesen Flächen wieder als Dünger genutzt werden kann, fahren im Zeitraum Februar bis April über einen Zeitraum von insgesamt nur 3,5 Stunden ca. 6 landwirtschaftliche Schlepper pro Stunde von der Biogasanlage über die Plattenstraße/Heckstraße zur Maisanbaufläche und ca. 6 entleerte landwirtschaftliche Schlepper fahren in den gleichen Stunden zurück zur Biogasanlage. Diese geplante Verkehrsbelastung ist also äußerst gering. Da die Anbaufläche durch den Fruchtwechsel jedes Jahr geringfügig variieren, kann es geringfügige Abweichungen von den og. Planzahlen geben. In der Plandarstellung ist für jeden geplanten Streckenabschnitt angegeben, wieviel Maisanbaufläche über den Streckenabschnitt transportiert werden muß und wie viel Tage im Jahr (gerundet) diese Transporte durchgeführt werden (siehe Anlage 6).

 

Das Landschaftpflegematerial wird in den Sommermonaten regelmäßig an den  Werktagen angeliefert. Die Gülle wird im Rhythmus von 14 Tagen angeliefert. Die Gärreste werden zu den üblichen Düngezeiten (vornehmlich Februar bis April) auf die landwirtschaftlichen Flächen gefahren. Es ergeben sich folgende Transportbewegungen.

 

Grassilage : ca. 150 Antransporte/Jahr

Rindergülle : ca. 150 Antransporte/Jahr

Gärreste: ca. 1.400 Abtransporte/Jahr

Berücksichtigt man alle Fahrbewegungen, welche zum Betrieb der Biogasanlage notwendig sind und setzt diese ins Verhältnis mit den derzeit vorhandenen Fahrbewegungen auf der K19 vor dem Biogasanlagengelände ist es so, dass die Verkehre der Biogasanlage ca. 1 % der derzeitigen Verkehre ausmachen.  Zu berücksichtigen ist auch, dass es sich bei den landwirtschaftlichen Transporten nicht komplett um Neuverkehre handelt.

Die Erntezeit für den Mais überschneidet sich mit den ersten Rübenernten in NRW (Oktober bis Dezember, bei guter Ernte schon ab September).

 

 

30. Gibt es ein Verkehrsgutachten, das die Verkehre der Anlage
in den Kontext des in diesem Zeitraum ohnehin erhöhten landwirtschaftlichen
Verkehrsaufkommens setzt und somit eine Gesamtbelastung der Anlieferstrecken anzeigt?

Dieses Gutachten gibt es nicht, weil hierfür keine Datengrundlage vorliegt. 

 

Mönchengladbach, 21. Mai 2010

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