Abholzungen immer radikaler, kritisieren Grüne

Hajo Siemes.

Mönchengladbach. Jedes Jahr bis Ende Februar sind sie zu beobachten – teils radikale Eingriffe in die Natur, bei der die Ausführenden gern von Gehölzpflege sprechen. Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger sprechen hier indes eher von Kahlschlag. Nur noch bis Ende Februar dürfen bekanntlich Hecken und Gebüsche, aber auch Schilfe gestutzt oder gerodet werden. Danach gilt ein Bestandsschutz, der am 30. September endet, um Brutstätten von Tieren nicht zu gefährden.

„Extremschnitte wurden bereits in der Vergangenheit bemängelt“, stellt Hajo Siemes, u.a. stellvertretender sachkundiger Bürger der Grünen im Umweltausschuss, fest. „Viele besorgte Bürgerinnen und Bürgern haben auch jetzt wieder über teils radikale Abholzungen berichtet, bei denen Lebensräume für Kleintiere und Vögel innerhalb von Stunden zerstört wurden.“ Nach Darstellung des Grünen-Politikers ist es natürlich richtig, dass kranke Bäume gerade an Straßen und Plätze, wo sich viele Menschen aufhalten behandelt, geschnitten und zur Not gefällt werden müssen. Auch könnten Ausdünnungen durchaus sinnvoll sein.

Was Siemes jedoch aufgefallen ist: „Seit die städtische Tochtergesellschaft mags für die Fällungen verantwortlich ist, hat die Radikalität, mit der Bäume und Sträucher in der Stadt gefällt werden, zugenommen.“ Siemes hat den Eindruck, dass anstatt behutsam an Bäume und Sträucher heranzugehen und diese zu beschneiden, oft vorschnell der Baum gefällt oder der Strauch zur Gänze beseitigt werde. „Beispiele gibt es genug dafür“, sagt Siemes.
In der Tat sind im Bungtwald über 600 Bäume wegen Pilzbefalls gefällt worden. Ob dies in diesem Umfange notwendig war, wird nicht nur von den örtlichen Grünen stark  bezweifelt. „An Autobahnbrücken vor allem im Süden unserer Stadt wurden radikal alle Bäume und Sträucher gefällt, aber beispielsweise auch an der Otto-Safran-Straße wurden von beiden Seiten des Radweges alle Sträucher entfernt“, hat Siemes festgestellt.

„Wenn dann nach Ersatzpflanzungen gefragt wird, erfährt man aus der Verwaltung, dafür wäre nicht ausreichend Geld vorhanden“, berichtet der Grüne. Er hat den Eindruck, für die Verbesserung der Luft und des Klimas in der Stadt ist offenbar kein Geld vorhanden - wohl aber für das Thema „Sauberkeit in der Stadt“. Grundsätzlich kann Siemes einer sauberen Stadt sehr viel abgewinnen. „Aber wenn Sauberkeit bedeuten soll, man holzt alles ab oder lässt ganze  Sträucher-Reihen und Hecken verschwinden, nur damit alles irgendwie sauberer aussieht, dann ist dies sicher der falsche Weg. Oder soll mit dem Radikalschlag an Grünvernichtung am Ende nur Arbeitsaufwand eingespart werden?“, fragt der engagierte Umweltschützer Siemes.

Hintergrund seiner Vermutung: „Wenn weniger Grün vorhanden ist oder das vorhandene Grün radikal runter geschnitten worden ist, muss man nicht so oft hinfahren, um angemessen einzuschneiden und zu kürzen.“ Wenn also die Minimierung des Kostenaufwands und Einsparungen beim Personal die Gründe für den Radikalschnitt an Bäumen und Sträuchern sein sollten, wäre dies aus Sicht des Grünen der falsche Weg. „Auf diese Weise schadet man der Natur, dem Stadtklima und schließlich dem Menschen“, sagt Siemes dazu.

Er bemängelt in diesem Zusammenhang zudem, dass den Vertretern der Politik – anders als früher - im Vorfeld der Fällungen keine „Fällliste“ mehr vorgelegt wird. „Wenn wir im Vorfeld Kenntnisse von den zu fällenden Bäumen erhalten, könnte man sich markante Bäume anschauen und ggf. damit Fällungen verhindern“, sagt Siemes. Auch diese Information der Verwaltung an die Politik ist jedoch eingestellt worden, seit die Stadttochter mags für die Fällungen verantwortlich ist.  

Die Grünen wollen nun in Gesprächen mit der Verwaltung, aber auch über die politischen Gremien versuchen, Einfluss auf die jetzt praktizierte Praxis der Fällungen zu nehmen und sich wie bisher stärker für Neuanpflanzungen einzusetzen. Siemes: „Wir können das derzeitige Vorgehen jedenfalls nicht so ohne Weiteres hinnehmen.“

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