Verbot von Cannabis sollte umgehend beendet werden

Foto (v.l.n.r.): Erik Jansen (Linke), Christian Ibels (Linke), Georg Wurth (Hanfverband), Herbert Baumann (Moderator), Ulla Brombeis (Grüne), Ulas Sazi Zabci (AStA), Karl Sasserath (Grüne)

Mönchengladbach. Zumindest in diesem Punkt herrscht allenthalben Einigkeit: Hanf ist eine überaus vielseitige Pflanze. So verbrauchen etwa die Automobilkonzerne tausende Tonnen Hanf pro Jahr. Hanfsamen werden in der Viehzucht als Futtermittel verwendet, Hanffasern sind in der Bauwirtschaft wegen ihrer Langlebigkeit und Schädlingsresistenz als Dämmstoff gefragt. In der Textilindustrie schätzt man Hanf, weil weder beim Anbau noch bei der Ernte und Verarbeitung schädliche Chemikalien eingesetzt werden müssen. Hanf-Textilien kommen giftfrei auf die Haut, was Bekleidung aus Hanf auch für Allergiker empfehlenswert macht.

Georg Wurth, Vorsitzender des Deutscher Hanfverbandes (DHV), gab jetzt über 60 interessierten Zuhörern im „Haus Erholung“ bei seinem Vortrag zum Thema „Der lange Weg der Cannabis-Legalisierung" viel Wissenswertes mit auf den Weg. Zurzeit sei es möglich, mindestens 50.000 Produkte aus Hanf herzustellen. Dennoch, so Wurth, werde Cannabis sativa L. wegen eines einzigen Anwendungsgebietes verteufelt. Cannabis ist die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegalisierte Droge. Gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfreut sie sich wachsender Beliebtheit. Heute schätzt man die Zahl der gelegentlichen Cannabiskonsumenten allein in Deutschland auf mindestens drei Millionen. Wie bei allen Drogen berge auch der Konsum von Cannabis Risiken. Diese sind jedoch weit weniger umfangreich, als noch vor wenigen Jahren befürchtet. So gilt Cannabis heute nicht mehr als Einstiegsdroge, es führt weder zu Unfruchtbarkeit, noch verursacht es Hirnschäden, erläuterte Referent Wurth dem Publikum.

In seinem Vortrag wurde den Zuhörern deutlich, warum Deutschland im internationalen Vergleich westlicher Länder Schlusslicht ist bei einer Legalisierung von Cannabis. „Überall in Deutschland fordern Menschen die Legalisierung. Alle Argumente sprechen für eine staatliche Regulierung des bestehenden Schwarzmarktes mit Cannabis. Gesundheit statt Strafverfolgung muss das Ziel vernünftiger Drogenpolitik sein“, betonte Georg Wurth.

Für den Hanfverbandsvorsitzenden ist das Thema „Entkriminalisierung" sehr wichtig - entsprechende Anträge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE, und FDP im Bundestag unterstützt Wurth ausdrücklich. Weiter stellte der Referent dem Publikum dar, warum die medizinische Nutzung, die seit über einem Jahr in Deutschland möglich ist, sich um fast das Dreifache teurer darstellt als in anderen EU-Ländern und warum Krankenkassen entgegen den gesetzlichen Bestimmungen eine entsprechende Behandlung blockieren können. Nach dem gut einstündigen Vortrag hatten die Gäste die Möglichkeit, umfangreiche Fragen an den Referenten zu stellen. Moderiert wurde der Abend von dem Journalisten Herbert Baumann. Per Internet-Videostream hatten zudem etwa 40 weitere Personen die Veranstaltung live verfolgt. Die die Initiatoren der Veranstaltung, die Fraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen Mönchengladbach, Die Linke Mönchengladbach sowie der AStA der Hochschule Niederrhein waren sich dann auch schnell darüber einig, dass das Thema viele Menschen nicht nur in Mönchengladbach bewegt und man daher gemeinsam weitere Veranstaltungen dazu folgen lassen wolle.

„Wir stehen für eine humane Drogen- und Suchtpolitik, die Drogen weder verharmlost noch ideologisch verteufelt“, sagte Grünen-Fraktionssprecher Karl Sasserath. Kinder und Jugendliche müssten wirksam vor Drogen geschützt, die Werbung für Drogen beschränkt werden. Wer verantwortungslos Drogen wie Alkohol, Cannabis oder Tabak an Kinder oder Jugendliche verkaufe, gehöre bestraft. Auf der anderen Seite müssten das Selbstbestimmungsrecht der Menschen geschützt und die gesundheitlichen Risiken verringert werden, die mit dem Drogenkonsum verbunden sind.        

„Die Linke setzt sich dafür ein, dass nicht länger die Konsumierenden bekämpft werden, sondern der Schwarzmarkt“, ergänzte Torben Schultz, Sprecher der Ratsfraktion Die Linke. Erst durch einen regulierten Zugang zu Cannabis könne die Politik klare Vorgaben geben zu Inhaltsstoffen und Qualitätsstandards. Schultz: „Die Linke streitet für Recht und Gesetz, statt den Schwarzmarkt der organisierten Kriminalität zu überlassen.“

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