Grüne fordern: Alternativen zu Microsoft-Produkten prüfen

An Rechner gestützten Arbeitsplätzen der Stadtverwaltung Mön­chengladbach werden in großem Umfang Software-Programme der Firma Microsoft eingesetzt. Die Stadt Mönchengladbach muss für den Einsatz von Microsoft-Produkten kostenintensive Lizenzen ent­richten. Gleichzeitig wird die Nutzung von Produkten anderer Her­steller dadurch technisch erschwert

Auf Grund der weiten Verbreitung ihrer Produkte nimmt die Firma Microsoft eine im Software-Markt beherrschende Stellung ein. Die­ser Umstand liefert AnwenderInnen dem Preisdiktat und der Ab­hängigkeit von einem Hersteller aus. Unter den Gesichtspunkten eines freien Marktes blockiert diese Struktur zudem die technische Weiterentwicklung.

Durch diese Erfahrungen bildete sich eine weltweit tätige aktive Gemeinschaft von Angehörigen der technischen Intelligenz (Infor­matikerInnen, ProgrammiererInnen, Ingenieure/-innen, Wissen­schaftlern/-innen, AnwenderInnen, Hochschulen, Firmen, Institutio­nen u.ä.), die auf der Grundlage des von dem Informatikers Linus Torwald entwickelten Computer-Betriebssystems sogenannte Open Source Software erarbeiten und ständig fortentwickeln. Diese stel­len eine preisgünstige und nachhaltige Alternative zu den Produk­ten der Firma Microsoft dar.

So beschloss jüngst der Rat der Stadt München in einer bundesweit Aufsehen erregenden Ent-scheidung die derzeitigen Microsoft-An­wendungen durch Open Source Software für ca. 14.000 PC-Ar­beitsplätze der Stadtverwaltung zu ersetzen.

Die Gründe der Entscheidung des Stadtrates liegen neben der technischen Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit vor allem in folgen­den Gesichtspunkten:

· größere Herstellerunabhängigkeit im Betrieb der IT-Infrastruktur

· die Förderung von mehr Wettbewerb und Innovation im Soft­ware-Markt

· Kostentransparenz und Kosteneinsparungen

Nun wird auch die BündnisGrüne Ratsfraktion den Antrag in die Ratssitzung am 23.Juli 2003 einbringen, in der die Verwaltung be­auftragt wird, zu prüfen, welche Alternativen zu den an Rechner ge­stützten Arbeitsplätzen in der Stadtverwaltung Mönchengladbach eingesetzten Produkten der Firma Microsoft bestehen und welche Vor- und Nachteile sich durch einen Wechsel zur sogenannten Open Source Software (z.B. Linux) für die Stadt Mönchengladbach ergeben.

Vor dem Hintergrund der Kostenintensität, die der Einsatz von Software-Anwendungen der Firma Microsoft für die Stadt Mön­chengladbach nach sich zieht und unter Berücksichtigung der defi­zitären Haushaltslage der Stadt Mönchengladbach, gilt es, alle Möglichkeiten der mittel- und langfristig Kosteneinsparungen zu prüfen. Darüber hinaus verbessert sich die Wettbewerbssituation am Standort Mönchengladbach.

Karl Sasserath

Fraktionssprecher

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