Offener Brief zur Zukunft des Arbeitslosenzentrums Mönchengladbach e.V.

Bündnis 90 / Die Grünen

Fraktionsvorsitzenden

Herrn Karl Sasserath

Aachener Str. 5

41061 Mönchengladbach

 

Datum 28.06.05

 

Offener Brief zur Zukunft des Arbeitslosenzentrums Mönchengladbach e.V.;

beschlossen am 22.6.05 vom Vorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) des Bezirks Linker Niederrhein

 

Sehr geehrter Herr Sasserath,

rund 30.000 Menschen in Mönchengladbach sind aufgrund ihrer Langzeitarbeitslosigkeit nicht nur materiell in Notlagen, sondern auch erheblichen psychosozialen Belastungen ausgesetzt, die sie oftmals ohne professionelle Hilfeangebote nicht mehr bewältigen können. Das Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach e.V. ist für diese Menschen eine der wenigen Anlaufstellen, die ihnen Unterstützung bietet. Wenn die Stadt künftig nicht mehr bereit sein sollte, sich an den Kosten für diese Beratungsangebote zu beteiligen, werden einige tausend Betroffene noch mehr ins soziale Abseits abgedrängt. Die damit verbundenen psychosozialen Folgen für die Betroffenen und die gesellschaftlichen Folgekosten sind nicht erst seit den jüngeren Berichten der Weltgesundheitsorganisation bekannt, sondern bereits seit der berühmten Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal" (Lazarsfeld) aus dem Jahr 1933, deren Ergebnisse in vielen späteren Untersuchungen bestätigt wurden.

Der sozialen Verantwortung für die Menschen in unserer Stadt darf sich keine Fraktion entziehen. Wenn die Fraktionen in Mönchengladbach, besonders auch die CDU, noch im letzten Kommunalwahlkampf immer wieder betonten, dass sie für die Familien da sein wollen, dürfen insbesondere die Familien von Langzeitarbeitlosen nicht ausgegrenzt werden. Die in der letzten Sozialausschusssitzung von dem Sozialdezernenten Herrn Dr. Schmitz und Vertretern der CDU und FDP vorgetragene Argumentation, das SGB II würde eine städti¬sche Förderung des Arbeitslosenzentrums nicht erlauben, ist zu einseitig. Im SGB II § 16 Abs. 2 Nr. 3 ist die psychosoziale Betreuung als eigenständige Leistung genannt. Das diese erst angezeigt sei, wenn ein zusätzlicher Indikator wie z.B. Sucht oder Überschuldung vorliegt, läßt sich so nicht ableiten.

Das Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach bietet den erwerbslosen Menschen eine unabhängige, nicht sanktionierende Beratung und psychosoziale Betreuung an. Hier werden Hilfesuchende aufgefangen, bevor sie ganz unten angekommen und nicht mehr in der Lage sind, wieder aufzustehen. Unbestritten ist auch, dass das Arbeitslosenzentrum eine ausgesprochen gute Arbeit leistet. Zwei Berater haben allein im letzten Jahr fast 3.300 Beratungen durchgeführt, die wegen der komplexen Problemlagen sehr zeitintensiv sind. Darüber hinaus wird zahlreichen Menschen ein Mittagstisch und damit verbunden ein Ort sozialer Unterstützung geboten.

Um diese Angebote an arbeitslose Bürgerinnen und Bürger weiterhin anbieten zu können, muss die Stadt sich wie bisher nur mit 38.920 Euro an den Kosten des Arbeitslosenzentrums beteiligen. Dieses ist eine kleine Summe im Vergleich zu dem, was die Stadt für viele andere Dinge ausgibt, deren unmittelbarer Nutzen für die Bürgerlnnen weniger deutlich erkennbar ist. Angesichts dieses relativ geringen finanziellen Aufwands für ein Arbeitslosenzentrum, das für so viele arbeitslose Bürgerlnnen von extrem hoher Bedeutung ist, läuft auch der beliebte Verweis auf Einsparzwänge ins Leere.

Wir appellieren an Ihre politische und soziale Verantwortung für die arbeitslosen Menschen in dieser Stadt, die auf die Unterstützungsangebote des Arbeitslosenzentrums dringend angewiesen sind.

Mit freundlichen Grüßen

Willi Sendke                Mechthild Schratz

(Bezirksvorsitzender)    (Geschäftsführerin)

 

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