Karstadt muss geholfen werden!

Eine Schließung des Warenhauses Karstadt in Folge einer Insolvenz und ein Leerstand der Immobilie würde Rheydt als Zentrum gravierend treffen. Zudem ist die Warenhauskette ein wichtiger Arbeitgeber: 140 Mitarbeiter sind allein am Standort Rheydt beschäftigt. Auch sie sind besorgt um ihre Arbeitsplätze. Gründe genug für den Mönchengladbacher Grünen-Chef Karl Sasserath, Hilfe einzufordern für den Konzern – in Form einer Staatsbürgschaft.

 

Mönchengladbach (who). Der Blick auf die Situation des Essener Handels- und Touristikkonzerns Arcandor und damit die Zukunft des Karstadt-Hauses in Rheydt treibt Karl Sasserath die Sorgenfalten in die Stirn. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende weiß als Bezirksvorsteher von Rheydt-Mitte um die Wichtigkeit des Warenhauses für den Standort Rheydt. Karstadt Rheydt ist seit 1976 mit der Stadt eng verwurzelt. In der Innenstadt Rheydts verfügt das Unternehmen über eine Verkaufsfläche von über 10.000 Quadratmetern. „Kein anderes Warenhaus dort bietet seinen Kundinnen und Kunden ein so reichhaltiges Warenangebot“, so der Grünen-Chef. Ohne Frage ist Karstadt-Rheydt ein Frequenzbringer für den übrigen Einzelhandel und ein wichtiger Nahversorger in zentraler Lage in einem der am höchsten verdichteten Stadtgebiete Mönchengladbachs. Sasserath: „Mit seinem Angebot und seiner Funktion ist das Unternehmen außerordentlich wichtig für das Funktionieren der Rheydter Innenstadt.“

 

Eine Zerstörung dieser Struktur hätte unabsehbare Folgen – für die rund 140 Karstadt-Mitarbeiter in Rheydt wie für die Innenstadtstruktur. Der Bezirksvorsteher will sich daher mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dafür einsetzen, dass die Arbeits- und die Ausbildungsplätze bei Karstadt-Rheydt erhalten bleiben. „Es kann nicht angehen, dass die Bundesregierung für Banken einen staatlichen Schutzschild in einer Höhe von 300 Milliarden Euro spannt, aber für ein Unternehmen wie Karstadt, das über 50.000 Menschen beschäftigt, die erforderlichen Hilfen verweigert“, sagt Sasserath. Er sieht hier auch die Lokalpolitik in der Pflicht: „Alle verantwortlich denkenden Politiker Mönchengladbach sind aufgefordert, hier nachhaltig gegenüber der Bundesregierung die Bereitstellung der notwendigen Bürgschaft und für den beantragten Kredit bei der Bank für Wiederaufbau einzutreten“, betont er.

In den vergangenen Tagen hatte der Karstadt-Betriebsrat alle Fraktionen des Rates angeschrieben und auf die Notwendigkeit der Bürgschaft der Bundesrepublik Deutschland und eines Kredits der Bank für Wiederaufbau für den Erhalt der Arbeitsplätze hingewiesen. Die Karstadt-Geschäftsführung wiederum betonte mehrfach, dass sie die staatliche Unterstützungen zurückzahlen werde.

 

„Karstadt ist ein Unternehmen, das sich ganz konkret in die Innenstadtstrukturen einbindet und sich dort engagiert“, hat der Grünen-Politiker festgestellt. In der Karstadt-Immobilie zwischen dem Marktplatz Rheydt und der Stresemannstraße befinden sich neben dem Warenhaus große Teile der Stadtverwaltung, so beispielsweise das gesamte Dezernat Bauen und Planen mit mehreren Hundert Beschäftigten. In der Karstadt Immobilie ist auch die Stadtbücherei untergebracht. Die Tiefgarage unter dem Rheydter Markplatz ist funktional eng mit dem Karstadt Gebäude verzahnt.

 

„Eine Schließung Karstadts in Folge einer Insolvenz und ein sich daran anschließender Leerstand der Immobilie würde Rheydt als Zentrum treffen“, hat Karl Sasserath erkannt. In der Folge würde das Zentrum der Rheydter Innenstadt gravierend geschwächt. Die Folgen wären unabsehbar. „Ich vermag nicht zu erkennen, wer ein Defizit dieser Art im zentralen Lebens-, Wohn- und Versorgungsraum Rheydts schließen könnte“, meint der für sein Engagement bekannte Bezirksvorsteher. Für ihn ist „eine Stärkung und Revitalisierung der Innenstadt als zentralem Bereich städtischen Lebens“ von entscheidender Wichtigkeit.

Eine Schwächung der Innenstadt hält der Grüne auch aus ökologischer Sicht für wenig wünschenswert, „weil dies zwangsläufig eine Erhöhung der Verkehrsströme aus dem Zentrum an die Peripherie nach sich zöge.“

 

All das sind Gründe genug für den Bezirksvorsteher von Rheydt-Mitte, Unterstützung einzufordern für Karstadt und klar Stellung zu beziehen: „Die Landtags- und Bundestagsfraktionen sind aufgerufen, das Ersuchen von Karstadt nach Unterstützung zu prüfen und zu unterstützen“, meint Sasserath, der den MdB Dr. Günter Krings und Hildegard Wester, den MdL Hans-Willi Körfges, Angela Tillmanns, Norbert Post und Michael Schroeren sowie Oberbürgermeister Norbert Bude entsprechende Schreiben zukommen ließ.

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