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Logische Folgen der Sparmaßnahmen
Zu dem Bericht der Rheinischen Post vom 28.10.2005 „Jugend-Gang raubt Klingelbeutel“
Jetzt schreit wieder alles nach stärkerem Eingreifen der Polizei und nach Bestrafung der Jugendlichen. Dabei könnten die Ursachen dieser Auffälligkeiten auch im Fehlen von sozialpädagogischen Fachkräften liegen. Der Staat und vor allem die Kirchen müssen (angeblich) an allen Ecken sparen, auch bei der Betreuung von Jugendlichen und in der Sozialarbeit. Noch vor Jahren wurde vor allem in der kirchlichen Jugendarbeit in Mönchengladbach auf Auffälligkeiten unter Jugendlichen mit dem Einsatz von Jugendbeauftragten reagiert. Das Stadtteilprojekt „ÖJE“ in Eicken und die Kooperation von Stadt und Kirche im Musikerviertel in Wickrath sind dafür beste Beispiele. Hier waren Auffälligkeiten in der Jugendszene der Grund dafür, sozialpädagogisch mit dem Einsatz von Personal tätig zu werden. Ich selbst habe dort jahrelang Stadtteilarbeit und Straßensozialarbeit geleistet, mit gutem Erfolg. Die Auffälligkeiten und Straftaten gingen zurück. Die Jugendlichen brauchen Ansprechpartner und Menschen, die sich um Ihre Sorgen und Probleme kümmern. In den vor Jahren angestoßenen Projekten in Eicken und Wickrath, wird sich auch heute noch um Jugendliche gekümmert und gute Arbeit geleistet.
Die Ausschreitungen und Probleme der Jugendlichen in der Pfarre St. Marien in Rheydt, könnten durch gute „Streetworkarbeit“ in Verbindung mit der Freizeiteinrichtung in St Marien angegangen werden, ohne das direkt mit härteren Strafen und Ausgrenzungen reagiert wird. Dafür wäre jedoch mehr qualifiziertes Personal notwendig. Wenn aber auf dem Gebiet der Sozialarbeit weiter Stellen abgebaut werden, statt sich den Problemen zu stellen, werden solche Ausschreitungen auch in Zukunft an der Tagesordnung sein. Nur mit härterem Vorgehen und Bestrafung, bekommt man diese Probleme nicht in den Griff.
Hajo Siemes (Dipl.Sozialpädagoge)
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